Mietwohnung an Touristen untervermietet: Kündigung

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Wer als Mieter ohne vorherige Erlaubnis seine Wohnung an Feriengäste untervermietet, riskiert eine fristlose Kündigung des Vermieters auch ohne vorherige Abmahnung. Das hat das Landgericht Berlin entschieden.

untervermietet
Wer seine Mietwohnung unautorisiert untervermietet, riskiert die fristlose Kündigung. Foto: Bernd Friedel/imago

Berlin ist bei Touristen beliebt, kein Wunder, dass des Öfteren Privatpersonen ihre Wohnung an Feriengäste untervermieten. Doch ganz ungefährlich ist eine solche Geschäftsidee nicht, zumindest wenn man Mieter ist. Eine Untervermietung muss nämlich vom Vermieter genehmigt werden. Fehlt eine solche Erlaubnis, kann das für den untervermietenden Mieter erhebliche Konsequenzen haben, etwa eine fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung, entschied das Landgericht Berlin (Az.: 67 S 360/14).

Ohne Erlaubnis untervermietet: Vermieter kann fristlos kündigen

Im verhandelten Fall vermietete ein Mieter seine Mietwohnung für knapp zwei Wochen an Feriengäste, ohne den Vermieter vorher um Erlaubnis zu fragen. Als dieser von der Untervermietung Kenntnis erlangte, kündigte er das Mietverhältnis fristlos. Der Mieter räumte die Untervermietung zwar ein, vertrat aber die Ansicht, der Vermieter hätte ihn erst abmahnen müssen, die fristlose Kündigung sei deshalb unwirksam.

Gewerbliche Untervermietung besonders schwerwiegende Vertragsverletzung

Mit dieser Argumentation unterlag er aber vor Gericht, das die gewerbliche Untervermietung als besonders schwerwiegende Vertragsverletzung des Mieters einstufte. Zum einen habe der Mieter nicht nur einzelne Zimmer, sondern die gesamte Wohnung untervermietet.

Eine gewerbliche Vermietung an Dritte stelle einen derart schwerwiegenden Pflichtverstoß dar, dass den Klägern eine Fortsetzung des Mietverhältnisses selbst bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nicht zuzumuten sei. Hinzu käme, dass bereits ein Räumungsverfahren gegen den Mieter wegen einer vorherigen Untervermietung lief. Der Vermieter habe damit deutlich zu erkennen gegeben, dass er weitere Vertragsverletzungen nicht hinnehmen werde. Unter diesen Umständen musste der Vermieter auch nicht vorher abmahnen.

19.01.2015


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