Asbestsanierung: Keine Gesundheitsgefährdung – keine Haftung

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Wird durch eine Asbestsanierung die Gesundheit eines Mieters nicht gefährdet, kann dieser von seinem Vermieter auch keinen Schadensersatz verlangen. Das entschied das Landgericht Berlin (Az.: 65 S 220/14).

Asbestsanierung
Asbestsanierung begründet nicht immer Anspruch auf Schadensersatz. Foto: Arnulf Hettrich/imago

Asbestfasern sind gefährlich. Gelangen zum Beispiel bei einer Asbestsanierung in einer Mietwohnung die gefährlichen Fasern in die Lunge des Mieters, so ist dies  krebserregend. Ein Schadensersatzanspruch besteht allerdings nur dann, wenn auch tatsächlich eine Gefährdung vorliegt oder ein Schaden zumindest möglich ist. Bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für den Mieter, so sind Ansprüche gegen den Vermieter ausgeschlossen. Zu diesem eigentlich einleuchtenden Ergebnis kommt das Landgericht Berlin (Az.: 65 S 220/14), das über einen Asbestsanierungs-Fall zu entscheiden hatte und nun zuungunsten eines Mieters mit Asbestangst entschied.

Asbestsanierung: Keine Gefährdung der Gesundheit durch asbesthaltige Kleberreste

Im verhandelten Fall wurden unter anderem alte asbesthaltige Bodenplatten aus einer Mietwohnung entfernt. Der Mieter befürchtete, dass der Kleber, der nicht entfernt wurde, Reste von Asbest enthalten könnte und verklagte seinen Vermieter. Unter anderem machte er einen Schadenersatzanspruch geltend und forderte auch einen Nachweis über die Dekontamination der Asbestfasern.

Keine Ansprüche des Mieters, wenn mit keinem Schaden zu rechnen ist

Dieser Anspruch besteht nach Ansicht des Gerichts jedoch nicht. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Kleber asbesthaltig ist oder nicht: entscheidend ist, ob die Gesundheit des Mieters gefährdet ist. Und eine solche konnte das Gericht nicht feststellen. Denn über den Kleberresten befindet sich jetzt eine vollflächige Trittschalldämmung und darüber ein Laminatboden. Deshalb komme es zu keinen mechanischen Belastungen, die zu einem Abrieb von Kleberfasern und damit zu einer Belastung der Raumluft führen könnten.

Der Mieter wurde demnach nicht geschädigt und müsse auch in Zukunft nicht mit einem Schaden rechnen. Die Folge: Er war mit seiner Klage nicht erfolgreich.

13.01.2015


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