Stress und Streit statt Besinnlichkeit? So wird Weihnachten ein rundum schönes Fest

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Weihnachten ist das Fest der Familie und der Liebe – soweit die Theorie. Tatsächlich kommt es gerade an Heiligabend und den Feiertagen besonders häufig zu Konflikten in Familien und Paarbeziehungen. Doch es gibt einfache Strategien, wie man dem Streit in der besinnlichen Zeit vorbeugen kann.

Streit, Weihnachten, streitendes Paar, Zoff, Foto: Ana Blazic Pavlovic / fotolia.com
Gerade an Weihnachten bekommen sich viele Menschen in die Haare. Doch Streit lässt sich ganz einfach vermeiden. Foto: Ana Blazic Pavlovic / fotolia.com Foto: Ana Blazic Pavlovic / fotolia.com

Weihnachten könnte so schön sein, schließlich ist es dank der Feiertage eine Auszeit vom Alltag, die im schön dekorierten Zuhause und mit Leckereien wie Gänsebraten oder Plätzchen besonders zelebriert werden darf. Doch trotz der guten Rahmenbedingungen kommt es gerade an Weihnachten häufig zum Streit: „Dass es an Weihnachten harmonisch abläuft, ist eher die Ausnahme“, bestätigt Diplom-Psychologin Barbara Gmöhling-Schlögl aus Nürnberg. Doch warum steckt gerade in Weihnachten ein so großes Konfliktpotenzial?

Große Erwartungen sorgen für großen Druck

Eigene Erwartungen, wie die Hoffnung auf ein harmonisches Familienfest oder äußere Rituale, die eingehalten werden sollen (Verwandtenbesuche, Kirchgang), sorgen bei den meisten Menschen an Weihnachten für Stress und Druck. „An Frauen hängt nach wie vor die Erwartung, die Vollbringerin des harmonischen Familienfestes zu sein“, so Gmöhling-Schlögl. Die Doppelbelastung aus Job und Familie ist bei den Betroffenen an Weihnachten darum besonders groß.

Männer stresst an Weihnachten dagegen ein ganz anderer Aspekt: „Weihnachten ist ein Beziehungsfest. Das Zusammensein, das Private steht auf einmal im Vordergrund. Man wird als Familie oder Paar auf sich zurückgeworfen und kann sich nicht mehr hinter Alltagsdingen verstecken“, erklärt die Psychologin.  Doch allein der Gedanke an Beziehungsthemen löse bei Männern erwiesenermaßen innere Anspannung aus.

So kann Streit an Weihnachten vorgebeugt werden

  • Bedürfnisse klären
    „Muss ich wieder zurückstecken und zur Familie des Partners fahren?“ Laut dem Statistik-Portal Statista geht es bei 31 Prozent der streitenden Paare an Weihnachten um die Frage, wo die Feiertage verbracht werden sollen. Gmöhling-Schlögl empfiehlt darum, rechtzeitig vor dem Fest zu klären, wie die eigenen Bedürfnisse und die des Partners unter einen Hut gebracht werden können.
  • Weihnachten organisieren
    Die Expertin rät, vorab mit der Familie oder dem Partner in Ruhe alle Aufgaben zu planen und gerecht zu verteilen. „Weihnachten muss genauso organisiert werden, wie alles andere.“ So verhindere man auch, dass alles auf den letzten Drücker erledigt wird, was zusätzlichen Stress schafft.
  • Rechtzeitig eine Auszeit nehmen
    Wer bis zum 23. Dezember ins Büro hetzt, hat kaum Zeit, sich auf das Fest einzustimmen. „Wenn es sich irgendwie einrichten lässt, sollte man sich schon zwei bis drei Tage vor Heiligabend frei nehmen und sich nur noch auf Weihnachtsaufgaben konzentrieren.“ Dann stellt sich auch das passende Gefühl zum Fest ein.

Sofortmaßnahmen, wenn’s knallt

Auch die besten Absichten können manchmal eine Auseinandersetzung an Weihnachten nicht verhindern. Wer merkt, dass er innerlich zu kochen beginnt, sollte jedoch nicht den Konflikt unterm Christbaum klären wollen. „Weihnachten ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt, um ein Problem auszudiskutieren, denn damit setzt man nur einen negativen Meilenstein, der im Gedächtnis bleibt.“

Besser sei es, so die Psychologin, einen späteren Zeitpunkt festzulegen, um den Konflikt in Ruhe zu besprechen.  Eine kurze Auszeit hilft, sich für den Moment wieder zu beruhigen. „Gehen Sie zum Beispiel für zehn Minuten nach draußen.“ Anschließend sollte man den Fokus wieder auf das Hier und Jetzt setzen und Weihnachten genießen. Schließlich hat man dazu nur einmal im Jahr Gelegenheit!

22.12.2014


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