Was sich 2015 für Mieter ändert

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2015 bringt einige Änderungen für Mieter – zu ihrem Vorteil: Die geplante Mietpreisbremse soll den Anstieg der Mieten drosseln und die Maklerprovision ist künftig vom Besteller zu zahlen – also vom Vermieter, wenn der den Makler beauftragt.

2015 ändert sich einiges zum Vorteil von Mietern. Foto: contrastwerkstatt / fotolia.com Foto: contrastwerkstatt/fotolia.com

Zwei wesentliche Neuregelungen sollen die Situation von Mietern im kommenden Jahr verbessern: Einerseits die Mietpreisbremse, die den Anstieg der Mieten in Metropolen mit knappem Wohnraum drosseln soll, andererseits das Bestellerprinzip. Dieses besagt, dass künftig der Besteller, also zumeist der Vermieter und nicht mehr der Mieter (sofern dieser nicht den Makler beauftragt hat)  die Maklerprovision zahlen muss. Die wesentlichen Grundzüge der geplanten Änderungen sind bekannt, in Kraft treten sollen sie in der ersten Jahreshälfte 2015.

Mietpreisbremse in angespannten Wohnungsmärkten ab 2015

Bisher kann der Vermieter bei einer Neuvermietung den Mietpreis weitgehend frei bestimmen. Das bedeutet, dass die verlangte Miete auch deutlich über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Grenzen setzen bisher lediglich gesetzliche Regelungen zur Mietpreisüberhöhung und zum Mietwucher. Eine Mietpreisüberhöhung liegt vor, wenn die verlangte Miete 20 Prozent oder mehr über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Allerdings muss der Mieter nach bisheriger Rechtsprechung beweisen, dass er die überteuerte Wohnung nur deshalb mietete, weil er keine Ausweichmöglichkeiten hatte und auch keinen Erfolg in seinen Bemühungen, eine günstigere Bleibe zu finden. Mietwucher liegt dann vor, wenn die verlangte Miete mindestens 50 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt und gleichzeitig eine Zwangslage des Mieters ausgenutzt wurde. Das bedeutet: Kann ein Mieter nicht beweisen, dass er eine überteuerte Wohnung in einer Zwangs- oder Notlage mietete, so hat er später keine Handhabe. Dann gilt: Vertrag ist Vertrag.

Die Mietpreisbremse soll das nun ändern: So sollen die Bundesländer künftig Gebiete mit knappem Wohnungsangebot bestimmen dürfen, in denen bei einer Neuvermietung der verlangte Mietpreis maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Die Festlegung einer Mietpreisbremse in einem Gebiet ist auf fünf Jahre begrenzt. Außerdem sollen Neubauten von der Regelung ausgenommen sein.

Bestellerprinzip bei der Wohnungsvermittlung

Ebenfalls neu ist die Einführung des sogenannten Bestellerprinzips. Bisher war es in den meisten Fällen üblich, dass der Mieter den Makler bezahlt. Laut Gesetz durfte der Makler bis zu zwei Monatsmieten zuzüglich Mehrwertsteuer, insgesamt also 2,38 Monatsmieten als Provision verlangen. Künftig soll derjenige die Maklercourtage entrichten, der den Makler bestellt. Das bedeutet: Beauftragt der Vermieter einen Makler mit der Mietersuche, so zahlt er die Provision, beauftragt ein Mietinteressent einen Makler mit der Wohnungssuche, so zahlt dieser die Provision. Im Klartext: Wer bestellt, zahlt auch die Rechnung. Allerdings hat der zuständige Fachausschuss des Bundesrats Lücken im Gesetzesentwurf gefunden und Verbesserungsvorschläge eingebracht: Sucht der Makler für mehrere Interessenten, also nicht für einen Interessenten exklusiv, eine vergleichbare Wohnung, soll er auch eine Provision verlangen können. Der zweite Punkt: Scheitert die Wohnungssuche im Auftrag eines Mietinteressenten, weil dieser die angebotene Wohnung doch nicht anmietet, so befindet sich diese Wohnung im Bestand des Maklers. Nach dem Wortlaut des Gesetzesentwurfs hätte er keinen Anspruch auf eine Provision, wenn er die Wohnung an einen anderen Interessenten vermittelt. Der Fachausschuss hält es für sachgerecht, wenn der Makler in solchen Fällen eine Provision verlangen darf.

04.12.2014


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10 Kommentare

Immowelt-Redaktion am 09.03.2015 09:58

Sehr geehrte Frau Gomes,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Das Gesetz muss noch durch den Bundesrat. Läuft alles nach Plan, tritt das Gesetz voraussichtlich im Juni 2015 in Kraft. Wir halten Sie natürlich hier auf unserem Newsblog auf... mehr

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Cecilia Gomes am 08.03.2015 22:07

wissen sie vieleicht ab wwelche monat wird die gesetzt über den provision für makler funzioniert?

danke

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Immowelt-Redaktion am 13.01.2015 15:11

Sehr geehrter Herr Petrovic,

vielen Dank für den Hinweis. Tatsächlich ist im Gesetzentwurf von Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt die Rede, nicht von Kommunen. Wir haben den Fehler ausgebessert.

Mit freundlichen Grüßen

die... mehr

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