Handwerkerrechnungen absetzen: Regierung erwägt Kürzung des Steuerbonus

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Die Bundesregierung will offenbar prüfen lassen, inwieweit kleine Handwerkerrechnung künftig weiterhin von der Steuer absetzbar sein soll. Dies berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter Berufung auf Berliner Koalitionskreise. Dem Bericht zufolge sei geplant, Handwerkerrechnungen mit einem Anteil von Arbeitskosten unter 300 Euro pro Jahr von der steuerlichen Absetzbarkeit auszunehmen.

Handwerkerrechnungen, Fließen verlegen, Handwerker, Foto: Gina Sanders/fotolia.com
Das Fließen verlegen überlassen viele einem Handwerker. Bislang können Handwerkerrechnungen von der Steuer abgesetzt werden Foto: Gina Sanders/fotolia.com Foto: Gina Sanders/fotolia.com

Handwerkerrechnungen können von der Steuer abgesetzt werden – insgesamt 20 Prozent der Arbeitskosten können Steuerzahler beim Finanzamt geltend machen. Die jährliche Obergrenze der anrechenbaren Rechnungen beträgt aktuell 6.000 Euro, die maximale Ersparnis demnach 1.200 Euro. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter Berufung auf Koalitionskreise berichtet, soll dich dies künftig ändern. Demnach plane die Regierung, Handwerkerrechnungen mit einem Arbeitskostenanteil unter 300 Euro bei der Steuerberechnung nicht mehr zu akzeptieren.

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet zudem, dass sich auch der anrechenbare Anteil der Arbeitskosten ändern soll – nicht mehr 20 Prozent, sondern nur noch 15 Prozent der Arbeitskosten sollen demnach beim Finanzamt geltend gemacht werden können.

Steuervorteile bei Handwerkerrechnungen: Koalition uneinig

Offenbar sind sich die Spitzen der großen Koalition aber noch nicht ganz einig über die Regierungspläne. In einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung hatte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs die Kürzungen beim Steuerbonus verteidigt. Indes sagte der bayerische Finanzminister Markus Söder gegenüber der SZ, es sei „widersprüchlich und kontraproduktiv“, den Bürgern einen Steuervorteil zu nehmen.

Kritik kommt auch vom Bayerischen Handwerkstag. „Der Handwerkerbonus ist in seiner jetzigen Form nicht verhandelbar“, sagte Handwerkstagspräsident Georg Schlagbauer in einer Pressemitteilung. Er habe sich als wirksames Mittel zur Bekämpfung der Schwarzarbeit bewährt, sei einfach anzuwenden und zudem sozialverträglich, da neben Hausbesitzern auch Geringverdiener und Mieter profitierten.

Laut FAZ dient die Kürzung des Steuervorteils vor allem dazu, einen anderen Haushaltsposten gegenzufinanzieren – die Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Dazu fehle bislang das Geld, das die Regierung nun auf diesem Weg einsparen will.

02.12.2014


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