Solarenergie: Bundesregierung verfehlt Ausbauziele

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Die Bundesregierung wird in diesem Jahr voraussichtlich ihre Ausbauziele bei der Solarenergie nicht erreichen. Dies bestätigte auf Anfrage der Branchenverband BSW-Solar, dem noch unveröffentlichte Zahlen der Bundesnetzagentur vorliegen. Demnach wird die Bundesregierung im Jahr 2014 deutlich unter dem Zubauplan von 2,5 Gigawatt bei Photovoltaik-Anlagen bleiben.

Solarenergie, Foto: Zsolnai Gergely/fotolia.com
Beim Ausbau der Solarenergie wird die Bundesregierung ihre Ziele in diesem Jahr voraussichtlich nicht erreichen. Foto: Zsolnai Gergely/fotolia.com Foto: Zsolnai Gergely/fotolia.com

Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil aller erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent anzuheben. Zur Umsetzung dieses Ziels wurden in den Mitgliedstaaten der EU konkrete Ausbauziele festgelegt. Bei der Solarenergie werden diese in Deutschland im Jahr 2014 wohl nicht erreicht. Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf den Branchenverband BSW-Solar berichtet, verfehlt die Bundesregierung ihre Ziele deutlich und bleibt unter dem Zubauplan von 2,5 Gigawatt bei Photovoltaik-Anlagen. BSW-Solar bestätigte die Angaben auf Immowelt-Anfrage.

Weniger Solarenergie als geplant

Demnach wurden im Jahr 2014 bislang Solarstromanlagen mit 1,7 Gigawatt Leistung installiert. Der Branchenverband schätzt, dass bis Ende des Jahres noch 0,3 Gigawatt hinzukommen könnten, insgesamt also 2,0 Gigawatt – 40 Prozent weniger als im Vorjahr und 20 Prozent weniger als geplant.

„Wenn der Zubau so weitergeht, wird das von der Bundesregierung gesetzte Ziel nicht erreicht werden“, teilte Michael Reifenberg, Sprecher der Bundesnetzagentur, auf Anfrage mit. Dies liege vor allem am sogenannten „atmenden Deckel“. Das bedeutet: Die Vergütungssätze für Strom aus Photovoltaikanlagen werden umso geringer, je mehr Anlagen zugebaut werden. Zudem habe die Größe der Anlagen deutlich abgenommen. „Privathaushalte, die sich eine Photovoltaikanlage auf ihr Dach bauen, haben nur dann etwas davon, wenn sie möglichst viel Strom selbst verbrauchen“, so Reifenberg. Grund sei auch hier die geringe Vergütung für ins Netz eingespeisten Solarstrom.

Kritik an EEG-Novelle

Erst Ende Juni hatte der Bundestag eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Mit der Reform will die Regierung vor allem den Kostenanstieg durch die Ökostrom-Umlage bremsen – dazu wurden bestimmte Förderungen abgebaut und Boni gestrichen.

Dafür kommt nun Kritik von der Opposition. Die Bundesregierung erhalte nun die Quittung für die schlechte EEG-Novelle, zitiert die Süddeutsche Zeitung Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

27.11.2014


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