Mieterbund: Zahl der Beratungen zu Mieterhöhungen um 30 Prozent gestiegen

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Der Deutsche Mieterbund hat im vergangenen Jahr 30 Prozent mehr Menschen bei Mieterhöhungen beraten als noch im Jahr 2012. Dies geht aus der Beratungs- und Prozess-Statistik hervor, die der Mieter-Interessenverband jetzt veröffentlicht hat. Die meisten Beratungsfälle gab es zum Thema Betriebskosten.

Mieterhöhungen, Beratung, Foto: Jeanette Dietl/fotolia.com
Der Deutsche Mieterbund hat im Jahr 2013 mehr Menschen bei Mieterhöhungen beraten als im Vorjahr. Foto: Jeanette Dietl/fotolia.com Foto: Jeanette Dietl/fotolia.com

Wenn ein Brief ins Haus flattert, in dem der Vermieter eine Erhöhung der Miete ankündigt, fragen sich viele Menschen, ob das überhaupt zulässig ist. Oft gehen sie dann zu einem der Mietervereine und lassen sich beraten. Wie die Beratungs- und Prozess-Statistik des Deutschen Mieterbundes nun ergab, haben dies im Jahr 2013 deutlich mehr Mieter getan als noch im Vorjahr. 9,2 Prozent aller Beratungen drehten sich um Mieterhöhungen – im Jahr 2012 waren es noch 6,6 Prozent.

Hoher Beratungsbedarf bei Mieterhöhungen

Der Mieterbund führt dies auf Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt zurück. Vermieter hätten im Jahr 2013 offensichtlich häufiger und wohl auch stärker die Mieten erhöht. Die Gesetzesänderung, wonach in Städten mit angespannten Wohnungsmärkten die Miete innerhalb von drei Jahren nur noch um 15 Prozent statt um 20 Prozent steigen darf, habe zu einer zusätzlichen Sensibilisierung in Mieterhöhungsfragen geführt, heißt es in einer Pressemeldung.

Viele Beratungen zu Betriebskosten und Wohnungsmängeln

Wie bereits im Jahr 2012 waren im vergangenen Jahr Mieterhöhungen allerdings nicht das häufigste Beratungsthema. Am meisten lassen sich Mieter nach wie vor zum Thema Betriebskosten beraten – etwa dazu, was der Vermieter überhaupt als Betriebskosten abrechnen darf oder ob die Betriebskostenabrechnung korrekt gestellt ist. Die Beratungszahlen sind allerdings rückläufig: Drehten sich im Jahr 2012 noch 38 Prozent aller Beratungen um die Betriebskosten, waren es im Jahr 2013 noch 32,6 Prozent.

An zweithäufigsten nahmen Mieter Beratungen zu Wohnungsmängeln in Anspruch. 18,9 Prozent aller Beratungen drehten sich um Themen wie kaputte Heizungen oder Schimmel. Allgemeine Vertragsangelegenheiten belegen bei den häufigsten Beratungsthemen den dritten Platz – hier geht es um alle Fragen, die Rechte und Pflichten aus dem Mietverhältnis als Hintergrund haben.

Die gute Nachricht zum Schluss: Knapp 98 Prozent aller Beratungsfälle werden außergerichtlich beigelegt. Auch die Zahl der Verfahren in Wohnraummietsachen ist laut statistischem Bundesamt rückläufig. Gab es im Jahr 2012 noch rund 285.000 Verfahren vor deutschen Amts- und Landgerichten, waren es im Jahr 2013 rund 277.500.

10.11.2014


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