Urteil: Schneefanggitter genügt zum Schutz vor Dachlawinen

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Hausbesitzer müssen das Dach in der Regel nur mit Schneefanggittern absichern, um ihre Verkehrssicherungspflichten zu erfüllen und zu verhindern, dass Lawinen abgehen und darunter geparkte Autos beschädigt werden. Dies geht aus einem Urteil des Amtsgerichts München hervor (Az.: 374 C 32118/13).

Dachlawinen, Foto: Friedberg/fotolia.com
Sammelt sich zu viel Schnee auf einem Dach, können Dachlawinen zur Gefahr werden. Foto: Friedberg/fotolia.com Foto: Friedberg/fotolia.com

Wenn in den Wintermonaten viel Schnee fällt, kommt es immer wieder zu Dachlawinen – der Schnee rutscht von den Dächern und kann dabei darunter geparkte Autos beschädigen. So geschehen in München: Ein Autofahrer hatte sein Fahrzeug vor einem Haus abgestellt, von dem im Januar 2013 eine Dachlawine abging – obwohl am Haus Schneefanggitter angebracht waren. Die Folge: Kofferraumabdeckung und Heckscheibe wurden stark beschädigt, ein Gutachter bestätigte einen wirtschaftlichen Totalschalten.

Der Autofahrer verlangte daraufhin von der Hauseigentümerin Schadensersatz sowie die Kosten für das Sachverständigengutachten. Er argumentierte, die Hauseigentümerin habe ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt – schließlich habe das Dach des Gebäudes ein extrem starkes Gefälle. Die Hauseigentümerin weigerte sich jedoch zu zahlen. Der Autofahrer erhob schließlich Klage vor dem Amtsgericht München.

Jeder muss sein Eigentum selbst vor Dachlawinen schützen

Das Gericht wies die Klage ab. Die Richter erklärten, dass die Hauseigentümerin mit den Schneefanggittern ihren Verkehrssicherungspflichten nachgekommen sei. Zudem sei im Fall von Dachlawinen jeder selbst für die Sicherheit seines Eigentums verantwortlich. Auch ein Pkw-Halter müsse sein Auto an einem sicheren Ort abstellen. Ein Hauseigentümer sei erst bei konkreten Gefahren dazu verpflichtet, „durch geeignete Maßnahmen Dritte vor Schäden zu schützen“.

Entsprechende Umstände lagen nach Ansicht der Richter im Vorliegenden Fall jedoch nicht vor. Sie betonten zudem, dass insbesondere das Aufstellen von Warnschildern nicht erforderlich gewesen sei – zumal der Geschädigte ortsansässig ist und somit die Gefahr kennt, die von Dachlawinen ausgeht.

24.10.2014


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