Brummende Heizung kein Grund zur Mietminderung

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Wenn die Heizung nachts laut brummt, kann einem das den letzten Nerv rauben. Allerdings ist das Heizungsgeräusch kein ausreichender Grund für eine Mietminderung. So entschied das Amtsgericht Hannover Anfang Oktober (Az. 412 C 8478/13).

Brummende Heizung. Foto: lucadp/fotolia.com
Knacken, gluckern, brummen – wem eine laute Heizung den Schlaf raubt, der hat oft kein Recht auf Mietminderung. Foto: lucadp/fotolia.com Foto: lucadp/fotolia.com

Eine brummende Heizung ist kein Grund zur Mietminderung. Das entschied das Amtsgericht Hannover. Ein Mieter hatte sich durch seine permanent brummende Heizung stark gestört gefühlt. Selbst nachts, bei abgesenkter Temperatur, habe der Heizkörper stündlich das nervige Geräusch von sich gegeben. Der Mann beschwerte sich bei seiner Vermieterin. Als diese jedoch nichts unternahm, minderte er seine Miete um knapp zehn Prozent. Daraufhin zog die Vermieterin vor Gericht.

Strömungsgeräusche einer Heizung sind normal

Ein vom Richter hinzugezogener Akustiker bestätigte das Brummen. Allerdings lag das Geräusch unter dem Grenzwert von 30 Dezibel, der nach DIN 4109 für haustechnische Anlagen gilt. Das entspricht ungefähr einem Flüstern oder Blätterrascheln. Nach Ansicht des Richters lag deshalb kein ausreichender Grund für eine Mietminderung vor. Er verurteilte den Mieter, die einbehaltene Miete zurückzuzahlen. In seiner Begründung wies er darauf hin, dass Geräusche wie Straßenlärm, Vogelgezwitscher aber auch die Strömungsgeräusche einer Heizung normal seien. Zu einem ähnlichen Urteil kam bereits das Landgericht Berlin im Jahr 2006 (Az. 63 S 186/06).

Ältere Urteile sehen es anders

Anders entschied jedoch das Landgericht Berlin vor 14 Jahren (Az. 64 S 485/99). Auch damals hatte sich eine Mieterin über eine laute Heizung im Schlafzimmer geärgert und deshalb die Miete gemindert. Das Gericht hielt die Minderung von siebeneinhalb Prozent für angemessen. Auch hier hatte das Geräusch mit 30 Dezibel noch innerhalb der DIN-Norm gelegen. Allerdings war für den Richter nicht der Grenzwert ausschlaggebend, sondern der in Schlafzimmern nachts übliche Geräuschpegel von nur 20 Dezibel. Im Vergleich stufte er deshalb das Heizungsgeräusch als durchaus störend ein.

22.10.2014


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