BGH-Urteil: Eigentümer in einem Mehrfamilienhaus müssen Kosten für wichtige Sanierung gemeinsam tragen

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Ein einzelner Wohneigentümer in einem Mehrfamilienhaus kann unter bestimmten Voraussetzungen die Sanierung des gemeinschaftlichen Eigentums verlangen. Alle Wohneigentümer müssen dann die Sanierungskosten gemeinsam tragen – selbst diejenigen, die sich die Renovierung gar nicht leisten können. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil entschieden (Az.: V ZR 9/14).

Bausubstanz, Sanierung, Kosten, Sanierungskosten, Foto: Karin & Uwe Annas/fotolia.com
Feuchte Wände, angegriffene Bausubstanz: Eine wichtige Sanierung müssen Wohneigentümer gemeinsam zahlen. Foto: Karin & Uwe Annas/fotolia.com Foto: Karin & Uwe Annas/fotolia.com

Wohneigentümer müssen die Kosten für wichtige Sanierungen in einem Mehrfamilienhaus gemeinsam zahlen. Zu diesem Urteil kam jetzt der BGH, der somit der Eigentümerin einer Kellerwohnung Recht gab. Die Frau hatte die im Keller gelegene Wohnung im Jahr 2002 erworben. Mittlerweile ist die Wohnung wegen Feuchtigkeit in den Außenwänden unbewohnbar und müsste dringend saniert werden. Ursache für den Schaden sind Planungsfehler beim Umbau der Keller- in Wohnräume und damit verbundene Baumängel, die das gesamte Haus betreffen. Weil sich die anderen Wohneigentümer allerdings weigerten, einer Sanierung zuzustimmen, zog die Frau vor Gericht.

Eigentümer kann Sanierung am gemeinsamen Eigentum verlangen

Wohneigentümer können zwingend erforderliche Sanierungen  am gemeinsamen Eigentum verlangen, entschieden die BGH-Richter. Für finanzielle Schwierigkeiten einzelner Wohnungseigentümer sei unter diesen Voraussetzungen kein Raum. Verzögerten die übrigen Wohnungseigentümer dringende Sanierungsmaßnahmen, können sie sich schadensersatzpflichtig machen.

Das Landgericht Koblenz hatte die Klage der Frau zunächst noch abgewiesen: Aufgrund des Alters und der Finanzschwäche der anderen Eigentümer sahen die Richter die „Opfergrenze“ überschritten. Der BGH urteilte nun anders.

Gestaltungsspielraum bei weniger dringenden Fällen

Laut Urteil hat die Eigentümergemeinschaft aber in weniger dringenden Fällen einen Gestaltungsspielraum. Die Eigentümer müssen demnach das Gebot der Wirtschaftlichkeit beachten und auch auf die  Leistungsfähigkeit der einzelnen Eigentümer Rücksicht nehmen.

17.10.2014


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