Millionen Vermieter erzielen mit Immobilien kaum Rendite

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Betongold statt Festgeld: Immer mehr Menschen investieren derzeit ihr Vermögen in Häuser oder Wohnungen, die sie dann vermieten. Immobilien gelten gemeinhin als sichere Anlage, die eine solide Rendite abwerfen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat nun im Auftrag der Wertgrund Immobilien AG untersucht, wie rentabel solche Anlagen tatsächlich sind. Das Ergebnis ist erstaunlich: Von den sieben Millionen Eigentümern vermieteter Immobilien verdient fast ein Drittel mit der Vermietung keinen Cent oder macht sogar Verluste.

Altbau, Rendite, Immobilien, Kapitalanlage, Foto: photo 5000/fotolia.com
Schicker Altbau als Kapitalanlage: Laut einer Studie erzielen viele Vermieter mit Immobilien kaum Rendite. Foto: photo 5000/fotolia.com

Aktien gelten als riskant und Sparbücher werfen kaum mehr Zinsen ab. Viele Menschen stecken daher ihr Erspartes in Eigentumswohnungen oder Häuser. Sie dienen als Altersvorsorge. Ob sich die Investition in Immobilien überhaupt lohnt, hat nun das DIW im Auftrag der Wertgrund Immobilien AG untersucht. Das Wirtschaftsforschungsinstitut hat folgendes herausgefunden: Fast 25 Prozent der Immobilienanleger verdienen mit ihrem Wohneigentum gar nichts – berücksichtigt man Inflation und Steuern. Bei rund 21 Prozent der Immobilienanlagen beträgt die Rendite gerade einmal bis maximal zwei  Prozent. 8,5 Prozent der Eigentümer machen sogar Verluste. Lediglich 45,5 Prozent der Anleger machen mit ihren Immobilien eine höhere Rendite.

Sieben Millionen Deutsche besitzen Immobilie als Kapitalanlage

Laut Studie besitzen in Deutschland etwa sieben Millionen Menschen eine Immobilie als Kapitalanlage. Der Wert einer vermieteten Immobilie beträgt dabei im Schnitt 155.000 Euro. Das ist viel Geld, das aber wenig abwirft. In den vergangenen zehn Jahren haben die Eigentümer laut Forscher des DIW gerade einmal durchschnittlich zwischen zwei und drei Prozent Rendite pro Jahr erzielt.

Instandhaltung oder Leerstand gefährden Rendite

Die Gründe im schlechten Abschneiden des  Immobilieninvestments – gerade bei  vermieteten Eigentumswohnungen – sieht Thomas Meyer, Vorstandsvorsitzender der Wertgrund Immobilien AG unter anderem in der Unerfahrenheit der Anleger. Vermieter unterschätzten oft, wie sehr Leerstand, Instandhaltungskosten oder auch Kosten bei Mieterwechsel die Rendite drücken können. Auch das Hausgeld, das Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft zahlen müssen, sei oft ein „Renditekiller“.

Für  die Studie werteten die Forscher des DIW Daten des Sozio-oekonomischen Panels aus den Jahren 2002, 2007 und 2012 aus sowie die Erhebung „Private Haushalte und ihre Finanzen der Deutschen Bundesbank“ der Jahre 2010 und 2011.

18.09.2014


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