Bruttokaltmiete: Vermieter muss bei Mieterhöhungen Nebenkosten herausrechnen

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Ist eine Bruttokaltmiete, also eine Pauschalmiete inklusive der kalten Nebenkosten vereinbart, muss der Vermieter bei einer Mieterhöhung die darauf entfallenden Betriebskosten herausrechnen.

Bruttokaltmiete, Nebenkosten, Foto: Zerbor/fotolia.com
Ein Vermieter muss bei einer Mieterhöhung auf Basis einer Bruttokaltmiete die Nebenkosten herausrechnen. Foto: Zerbor/fotolia.com

Will ein Vermieter die Miete für eine Mietwohnung erhöhen, muss er sich dabei auf die ortsübliche Vergleichsmiete stützen. Ist mit dem Mieter eine Bruttokaltmiete vereinbart, muss er dabei die enthaltenen kalten Nebenkosten herauszurechnen, entschied das Amtsgericht Schöneberg (Az.: 8 C 209/12).

Mieter stimmt Mieterhöhung auf Basis einer Bruttokaltmiete nicht zu

Im verhandelten Fall wollte der Vermieter die Bruttokaltmiete von rund 820 auf 940 Euro erhöhen und berief sich dabei auf Vergleichswohnungen. Die Mieter stimmten dem Mieterhöhungsverlangen nicht zu. Daraufhin machte der Vermieter ein weiteres Mal eine Mieterhöhung geltend, diesmal auf rund 950 Euro. Auch hier benannte er mehrere Vergleichswohnungen. Da der Mieter der Mieterhöhung erneut nicht zustimmte, landete der Fall vor Gericht, das sich auf die Seite des Mieters stellte.

Vermieter muss bei Bruttokaltmiete Nebenkosten herausrechnen

Denn der Vermieter hätte Angaben zu dem in der Miete enthaltenen Betriebskostenanteil machen müssen. Nur so hätte der Mieter Vergleiche anstellen können. Die Richter bezogen sich bei der Vergleichbarkeit auf den vorhandenen Mietspiegel. Dieser weise Nettokaltmieten ohne jegliche Nebenkosten aus. Eine Vergleichbarkeit sei dadurch herzustellen, dass der Betriebskostenanteil aus der vereinbarten Bruttomiete herausgerechnet wird. Diesen Nettomietanteil könne man sodann mit dem Mietspiegelwert vergleichen. Auch wenn sich der Vermieter auf Vergleichswohnungen beziehe, müsse er so vorgehen.

15.09.2014


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