Heizperiode: Mieter müssen auch im Sommer nicht frieren

Lesermeinungen:  

(13)

Nass, kalt und trüb: Der Sommer scheint sich in Deutschland bereits verabschiedet zu haben. Vor allem nachts kühlen die Temperaturen meist so weit herunter wie sonst im Herbst. Viele Mieter würden am liebsten jetzt schon die Heizung in ihrer Wohnung aufdrehen. Nicht immer ist das aber möglich, denn manche Vermieter schalten die Heizanlage im Sommer – außerhalb der üblichen Heizperiode – aus. Ab wann eine Wohnung beheizbar sein muss.

Heizperiode, Heizung, Foto: thingamajiggs/fotolia.com
Nachts wird es momentan so kalt wie sonst im Herbst. Vermieter müssen sicherstellen, dass es auch außerhalb der Heizperiode warm in der Wohnung ist. Foto: thingamajiggs / fotolia.com Foto: thingamajiggs / fotolia.com

In diesen nasskalten Spätsommertagen hat so mancher bestimmt schon daran gedacht, die Heizperiode ein wenig früher zu starten als sonst. In vielen Mietshäusern bringt es jetzt aber noch gar nichts, die Heizung aufzudrehen. Denn Vermieter dürfen zentrale Heizanlagen während der Sommermonate ausschalten.

Eine gesetzliche Vorgabe für den Beginn und die Dauer der Heizperiode gibt es nicht. Üblicherweise beginnt diese aber am 1. Oktober und endet am 30. April, sofern im Mietvertrag nichts anderes festgelegt ist. Im Sommer können Vermieter die Heizung ausschalten. Viele machen das, um Strom zu sparen.

Bei drastischem Temperatureinbruch muss Vermieter Heizung im Sommer einschalten

Was aber, wenn es den Mieter auch im Sommer friert? Im Mietrecht ist geregelt, dass Vermieter auch außerhalb der Heizperiode dafür sorgen müssen, dass in der Mietwohnung eine angenehme Temperatur herrscht. Sinkt die Temperatur also im Sommer drastisch, ist der Vermieter verpflichtet, die Heizung einzuschalten. Das Landgericht Kassel (WM 64, 71) hat beispielsweise in einem Urteil entschieden, dass die Heizung eingeschaltet werden muss, wenn die Zimmertemperatur tagsüber zeitweise unter 18 Grad sinkt und absehbar ist, dass die Kälteperiode mehrere Tage anhalten wird.

Läuft die Heizung, sollte die Mindesttemperatur in der Wohnung zwischen 20 und 22 Grad liegen – das erachten die Gerichte als ausreichend. Nachts, zwischen 23 Uhr und sechs Uhr, reichen 18 Grad. Auch nach DIN 4701 sollten in Wohn- und Schlafräumen mindestens 20 Grad herrschen, in Bädern 22 Grad. Für den Flur reichen 15 Grad.

27.08.2014


Ihre Meinung zählt

(13)
3.2 von 5 Sternen
5 Sterne
 
3
4 Sterne
 
4
3 Sterne
 
1
2 Sterne
 
2
1 Stern
 
3
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Tipps für Mieter

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben

7 Kommentare

bodoflori am 11.03.2018 11:10

Wir Wohnen zur Miete und leider seit den 10 März wird die Heizung nur Lauwarm, 19 Grad in der Wohnung ist mir zu wenig, der Hausmeister mein es liegt an Aussentemperaturen 10 Grad zur Zeit und den Aussenfühler.Was kann man tun, mir ist... mehr

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 12.03.2018 10:30

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

wenn in einer Wohnung keine 20 Grad erreicht werden können, ist dies unter Umständen ein Grund für eine Mietminderung. Das konkrete Maß der Minderung lässt sich leider vorab nicht genau... mehr

Immowelt-Redaktion am 21.12.2015 16:06

Sehr geehrte Frau Bott,

vielen Dank für Ihre Rückfrage. Grundsätzlich gibt es keine gesetzliche Regelung zu bestimmten Zeitpunkten, an denen der Vermieter die Heizung an- und wann er sie ausschalten muss. Auch können wir leider keine... mehr

auf Kommentar antworten

Heidelinde Bott am 21.12.2015 12:34

Was ist, wenn der Vermieter (Plattenbau) die Heizperiode verlängert und alle 40 Parteien die anfallenden Grundkosten angerechnet bekommen. Der Einzelne kann ja in seiner Wonung die Heizung nicht abschalten und die Rohre sind heiß,... mehr

auf Kommentar antworten
4 weitere Kommentare laden