Lärmbelästigung: Nächtlicher Sex auf laut quietschender Schaukel ist ein Kündigungsgrund

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Wer beim Sex allzu laut wird, riskiert den Rauswurf aus seiner Mietwohnung. Wie das Amtsgericht München in einem aktuellen Urteil entschied, kann das nächtliche Liebesspiel auf einer quietschenden Sexschaukel zur Kündigung führen (Az.: 417 C 17705/13). Ein Mieter hatte mehrfach durch nächtlichen Lärm andere Hausbewohner gestört.

Das deutsche Grundgesetz garantiert jedem Menschen das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Ein Passus, der heute auch in Zusammenhang mit dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung interpretiert wird. Dennoch: Laute Geräusche beim Sex können in Mietwohnungen zur Kündigung führen. Dies entschied nun das Amtsgericht München.

Im vorliegenden Fall hatte der Mieter in seiner Wohnung ein Schaukelgestell an Ketten aufgehängt, die er für Sex-Spiele nutzte. Mehrmals pro Woche fühlten sich Nachbarn während der vertragliche vereinbarten Nachtruhe durch laute Geräusche aus der Wohnung des Mieters gestört. Wie die Vermieterin zu Protokoll gab, habe es sich dabei um starke Lärmbelästigungen durch sexuelle Praktiken auf der stark quietschenden Schaukel gehandelt. Die Mieter hatten sich zudem über nächtliches Duschen und Unterhaltungen beschwert.

Kündigungsgrund: nächtlicher Lärm

Anfang 2013 mahnte die Vermieterin den Mieter schließlich erstmals wegen Nichteinhaltung der Nachtruhe ab und drohte mit der Kündigung. Nachdem auch danach keine Besserung eintrat, erhielt der Mieter schließlich im März das Kündigungsschreiben, weigerte sich allerdings auszuziehen. Die Vermieterin verklagte ihn daraufhin auf Räumung der Wohnung. Zu Recht, wie das Amtsgericht nun urteile.

In Ihrer Begründung führten die Richter aus, dass der Mieter seine Pflichten aus dem Mietvertrag erheblich verletzt habe. Die nächtlichen Geräusche, die der Mieter mit der quietschenden Schaukel verursacht habe, entsprächen nicht dem normalen Mietgebrauch und müssten von den anderen Mietern und der Vermieterin daher auch nicht hingenommen werden. Keine Rolle bei ihrer Entscheidung spielten für die Richter hingegen die Unterhaltungen sowie das Duschen in der Nacht.

22.08.2014


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