Zahl der genehmigten Wohnungen steigt im ersten Halbjahr 2014 um fast zehn Prozent

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Im ersten Halbjahr 2014 sind in Deutschland 136.800 neue Wohnungen genehmigt worden. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sind das 9,6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2013. Damit setzt sich der Trend der Vorjahre fort. Allerdings: Laut Auskunft des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe werden viele der Wohnungen für Menschen mit kleinem Einkommen kaum bezahlbar sein.

Wohnungen, Neubauten, Foto: Natalie Prinz/fotolia.com
Die Zahl der genehmigten Wohnungen stieg im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast zehn Prozent. Foto: Natalie Prinz/fotolia.com Foto: Natalie Prinz/fotolia.com

Nachdem bereits in den vergangenen Jahren die Zahl der genehmigten Wohnungen gestiegen ist, gab es im ersten Halbjahr 2014 ein weiteres Plus von 9,6 Prozent. Insgesamt wurde deutschlandweit der Bau von 136.800 Wohnungen genehmigt, das sind 12.000 mehr als im ersten Halbjahr 2013.

„Wir beobachten diesen Anstieg schon seit langem“, sagt Dr. Ilona K. Klein vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe. Es seien vor allem Anleger, die ihr Erspartes in Immobilien investieren. „Die Menschen stecken ihr Geld ins berühmte Betongold, weil auf den Kapitalmärkten nur noch wenig Gewinn zu holen ist“, so Klein.

Mehr Wohnungen: Zuwachs vor allem bei Mehrfamilienhäusern

Besonders stark gewachsen ist die Zahl der genehmigten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 wurden von Januar bis Juni 2014 12,8 Prozent mehr Wohnungen in Gebäuden für drei oder mehr Parteien genehmigt. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sank dagegen leicht. „Durch die Eigenheimzulage wurden Häuslebauer in den Jahren bis 2006 stark gefördert, was zu entsprechenden Neubauten führte. Bei den Mehrfamilienhäusern gibt es dagegen den größten Nachholbedarf, vor allem in den Ballungsräumen werden dringend Wohnungen benötigt“, sagt Klein.

Einen starken Zuwachs gab es auch bei der Zahl der genehmigten Eigentumswohnungen: Rund 33.000 davon wurden im ersten Halbjahr 2014 neu genehmigt, das sind 14,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Einen Wehrmutstropfen sieht Klein dennoch: „Wir können davon ausgehen, dass große Teile der neu gebauten Wohnungen für Menschen mit kleinen oder niedrigen Einkommen nicht bezahlbar sind – private Investoren können bezahlbare Wohnungen mit niedrigen Mieten ohne Förderung nicht bauen. Gefragt sind hier die Bundesländer mit Programmen wie beispielsweise dem sozialen Wohnungsbau.“

18.08.2014


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