EEG-Reform tritt zum 1. August 2014 in Kraft – das ändert sich für Eigenstromerzeuger

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Am 1. August 2014 ist die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Kraft getreten. Mit dem Gesetz will die Bundesregierung vor allem den Kostenanstieg durch die Ökostrom-Umlage bremsen. Zu den Neuerungen gehört, dass jetzt auch Eigenstromerzeuger die EEG-Umlage zahlen müssen.

Eigenstromerzeuger, Photovoltaik, Foto: reimax16/fotolia.com
Künftig müssen auch Eigenstromerzeuger die EEG-Umlage zahlen – ausgenommen sind Kleinanlagen. Foto: reimax16/fotolia.com Foto: reimax16/fotolia.com

Mit der Reform des EEG soll die Energiewende bezahlbarer werden. Daher sollen unter anderem Zuschüsse für erneuerbare Energien gekürzt werden. Diese werden als EEG-Umlage auf die Stromkosten aufgeschlagen und trieben sie bisher in die Höhe. Eine weitere Änderungen: Auch Eigenstromerzeuger sollen künftig die EEG-Umlage zahlen. Bislang waren sie davon befreit, weil sie den Strom selbst erzeugen und verbrauchen.

Neue Regelung für Eigenstromerzeuger

Die gute Nachricht zuerst: Für Stromerzeuger, die schon eine Solaranlage auf dem Dach oder ein Windrad im Garten haben, ändert sich nichts, sie sind weiterhin von der Umlage befreit. Die gleiche Regelung gilt für sogenannte Ersatzinvestitionen: Wer eine bereits bestehende Anlage erneuert, ersetzt oder geringfügig erweitert, muss keine Umlage zahlen. Schließlich gilt die gleiche Regelung für alle Anlagen, die bereits vor dem 23. Januar 2014 genehmigt wurden und noch vor dem 1. Januar 2015 erstmals zur Eigenversorgung genutzt werden.

Ein zeitlich gestaffelter Satz gilt für alle, die eine Erneuerbare-Energien-Anlage betreiben, also beispielsweise Strom aus Sonnenenergie oder Windkraft gewinnen. Hier beträgt der reduzierte Umlagesatz zunächst bis Ende 2015 30 Prozent und im Kalenderjahr 2016 35 Prozent der EEG-Umlage. Danach werden 40 Prozent fällig. Gemessen an der aktuellen Höhe der Umlage von 6,24 Cent wären das dann bis Ende 2015 knapp 1,9 Cent, im Jahr 2016 rund 2,2 Cent und danach knapp 2,5 Cent pro Kilowattstunde. Die Höhe der EEG-Umlage ändert sich allerdings von Jahr zu Jahr. Der gestaffelte Satz gilt ebenso für sogenannte Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, also Anlagen, bei denen nicht nur Strom erzeugt, sondern auch die abgegebene Wärme genutzt wird – etwa für eine Heizanlage. Wer Strom mittels konventioneller Anlagen erzeugt, muss künftig die volle EEG-Umlage zahlen.

Allerdings hat die Bundesregierung bei der Ausgestaltung des Gesetzes eine Bagatellgrenze festgelegt. Das bedeutet: Bei kleinen Anlagen mit einer installierten Leistung von höchstens zehn Kilowatt, werden die ersten zehn Megawattstunden im Jahr, die selbst verbraucht werden, nicht mit der EEG-Umlage belastet.

Höhe der EEG-Umlage

Wie hoch die EEG-Umlage ist, wird Jahr für Jahr von den vier deutschen Übertragungsnetzbetreibern bestimmt. Diese schätzen einmal pro Jahr, wie viele Erneuerbare-Energie-Anlagen neu ans Netz gehen. Daraus errechnen sie im Anschluss die Höhe der Umlage. Für das Jahr 2014 beträgt sie 6,24 Cent pro Kilowattstunde. Für das Jahr 2015 ist die genaue Höhe noch nicht festgelegt. Analysten von PricewaterhouseCoopers rechnen allerdings mit einer leicht sinkenden Umlage in Höhe von 6,22 Cent je Kilowattstunde.

01.08.2014


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