Berliner Senat will Bestellerprinzip auch bei Immobilienverkauf

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Der Berliner Senat plant, eine Bundesratsinitiative einzubringen, um die Vergütung von Maklern neu zu regeln. Aktuell wird geprüft, ob das Bestellerprinzip künftig bundesweit auch bei Immobilienverkäufen gelten soll. Dieser Vorschlag geht über den aktuellen Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums hinaus. Demnach sollte sich die Regelung, dass derjenige den Makler bezahlen muss, der ihn auch beauftragt, lediglich auf Vermietungen beziehen. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) kritisiert den Berliner Vorstoß scharf.

Bestellerprinzip, Berliner Senat, Foto: Increa/fotolia.com
Bestellerprinzip: Der Berliner Senat will die Maklercourtage auch beim Immobilienkauf neu regeln. Foto: Increa/fotolia.com Foto: Increa/fotolia.com

Mit der Einführung des geplanten Bestellerprinzips will die Bundesregierung gesetzlich regeln, dass derjenige den Makler bezahlen muss, der ihn auch beauftragt. Laut Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums soll diese Regelung allerdings nur für Vermietungen gelten. Bei Immobilienverkäufen wäre demnach nach wie vor frei verhandelbar, wer die Maklercourtage trägt. Der Berliner Senat will nun eine Bundesratsinitiative anstoßen, wonach das Bestellerprinzip künftig bundesweit auch bei Immobilienverkäufen gelten würde. Dies bestätigte Senatssprecher Richard Meng auf Anfrage.

Bestellerprinzip nicht nur bei Vermietung

Allerdings: Aktuell sei die Bundesratsinitiative noch nicht spruchreif, so Meng. Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) habe lediglich den Auftrag erhalten, diese zu prüfen und eine Vorlage auszuarbeiten. Neben dem Bestellerprinzip werden auch zwei weitere Inhalte debattiert: Die Deckelung der Maklercourtage sowie eine gesetzliche Pflicht zur schriftlichen Auftragserteilung bei Maklerverträgen. Bislang sind auch mündliche Aufträge üblich.

Wie der Sprecher betonte, könne derzeit allerdings noch nichts zur genauen Ausgestaltung der Bundesratsinitiative gesagt werden. „Wir reden hier über ungelegte Eier“, betont Meng. Wie die Immobilien Zeitung berichtet soll die Vorlage im August oder September fertig sein. Danach müsste diese zunächst vom Berliner Senat beschlossen werden. Im Anschluss könnte der Bundesrat die Initiative als Gesetzentwurf beim Bundestag einbringen.

Kritik vom IVD

Der Immobilienverband Deutschland kritisierte die Berliner Pläne. Bereits das von Bundesjustizminister Maas geforderte Bestellerprinzip schließe einen Auftrag von Seiten des Mieters, der bereit ist eine Provision zu entrichten, nahezu aus. „Es besteht die Gefahr, dass auch beim Immobilienverkauf von einem Bestellerprinzip gesprochen aber eine einseitige Belastung der Eigentümer geplant ist“, so Dirk Wohltorf, Vorstandsvorsitzender des IVD Berlin-Brandenburg in einer Pressemitteilung.

In dem Plan, die Maklercourtage zu Deckeln, sieht der Immobilienverband einen Angriff auf die Vertragsfreiheit. „Dies widerspricht dem Prinzip der sozialen Marktwirtschaft. Vielmehr sieht es danach aus, dass einmal mehr versucht wird von eigenen Versäumnissen abzulenken und die Immobilienmakler als Sündenböcke einer verfehlten Wohnungsbaupolitik hinzustellen“, so Wohltorf weiter.

Das Bundesjustizministerium beruft sich indes weiter auf den aktuellen Gesetzentwurf – eine konkrete Stellungnahme zu den Berliner Plänen gibt es bislang nicht. Bei Mietwohnungen sei das Problem mit der Maklercourtage dringlicher als bei der Vermittlung von Wohneigentum, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

08.07.2014


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13 Kommentare

Karl Baumann am 20.08.2015 00:12

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Der Maklerberuf war von jeher Ehrenleuten mit tadellosem Leumund vorbehalten. Seit 1567 gibt es den Maklereid, der zu Hilfsbereitschaft, Gewissenhaftigkeit, Klarheit, Aufrichtigkeit,... mehr

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Patricia am 29.04.2015 19:36

Was für ein Schwachsinn! Der Makler arbeitet nur 1 Std und verdient 1.000€...? Wie naiv gesehen!

Wer übernimmt die Objektaufnahme, Beratung, Wertermittlung, Expose-Erstellung, Vermarktungskosten und nicht zu vergessen mind. 12 Std am... mehr

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Denker am 12.03.2015 21:57

Maklercourtage kann beim kauf Zwischen 3-5 % (ohne MwSt.) betragen. verhandeln lässt sich dies natürlich einfach als Verkäufer aber schwierig als Käufer.

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