Untervermietung nicht erlaubt: Vermieter muss unter Umständen Schadensersatz zahlen

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Für Mieter kann es sich in manchen Situationen lohnen, ihre Wohnung unterzuvermieten. Erlaubt der Vermieter dies nicht, muss er unter Umständen Schadensersatz zahlen. Dies entschied der Bundesgerichtshof (Az.: VIII ZR 349/13).

Untervermietung, Schadensersatz, Foto: jumedita/fotolia.com
Verbietet ein Vermieter seinen Mietern die Untervermietung der Wohnung, ist er unter Umständen dazu verpflichtet, Schadensersatz zu zahlen. Foto: jumedita/fotolia.com Foto: jumedita/fotolia.com

Wenn sich Mieter über längere Zeit in einer anderen Stadt oder im Ausland aufhalten, bietet es sich an, einen Teil ihrer Wohnung unterzuvermieten – schließlich lassen sich so Kosten sparen und der Wohnraum wird in der Zeit ohnehin nicht benötigt. Wenn Mieter ihre Wohnung untervermieten wollen, müssen sie immer die Erlaubnis des Vermieters einholen. In vielen Fällen muss der Vermieter aber zustimmen. Macht er das nicht, muss er unter Umständen Schadensersatz zahlen, wie der Bundesgerichtshof nun in einem Urteil bestätigte.

Im vorliegenden Fall hatten die Kläger seit 2001 eine Dreizimmerwohnung in Hamburg gemietet. Ab Ende 2010 hielten sie sich aus beruflichen Gründen für eine befristete Zeit ein Kanada auf. Sie ließen ihren Vermieter daher wissen, dass sie zwei Zimmer ihrer Wohnung für zwei Jahre untervermieten wollen. Der Vermieter stimmte jedoch nicht zu. Daraufhin verklagten ihn die Mieter auf Schadensersatz, die Höhe entsprach der entgangenen Untermiete bis Oktober 2011: ein Betrag von von 7.475 Euro.

Untervermietung im Interesse der Mieter

Der Bundesgerichtshof gab den Mietern in letzter Instanz Recht. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) können Mieter von ihrem Vermieter die Erlaubnis zur Untervermietung verlangen, wenn sie ein berechtigtes Interesse daran haben. Ein solches Interesse sei durch den Auslandsaufenthalt gegeben. Weil der Vermieter die Untervermietung jedoch nicht erlaubte, habe er seine mietvertragliche Pflicht verletzt und müsse daher den daraus entstandenen Schaden tragen.

Unerheblich sei bei der Entscheidung gewesen, dass die Hauptmieter vorhatten, das verbliebene dritte Zimmer nur gelegentlich zu Übernachtungszwecken zu nutzen. Der Mieter habe auch dann ein Recht darauf, Teile der Wohnung unterzuvermieten, wenn er die Wohnung nicht vollständig aufgibt – zum Beispiel wenn er ein Zimmer zurückbehält, um darin gelegentlich zu übernachten oder Möbel zu lagern.

11.06.2014


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3 Kommentare

Manfred A. am 16.07.2014 14:11

Es freut mich für die Mieter, dass der Willkür der Besitzer ein Riegel vorgeschoben wurde - Hauptsache, der Eigentümer erhält sein Geld für die Wohnung. Der Mieter wird schon darauf achten, einen ordentlichen Untermieter auszusuchen -... mehr

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Martin Pf. am 15.07.2014 15:45

Es es nicht das Recht des Eigentümers einer Wohnung oder eines Hauses selbst zu bestimmen, wer sein Eigentum in welcher Art nutzen darf? Hat sich schon mal Jemand Gedanken gemacht, welche rechtlichen Konsequenzen aus diesen... mehr

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norbert mie am 15.07.2014 11:13

Sehr interessant und gut zu wissen für viele Mieter, wie z.B. Studenten mit Auslandssemester!

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