IVD wehrt sich mit Online-Petition gegen Bestellerprinzip

Lesermeinungen:  

(34)

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) hat eine Online-Petition gegen die Einführung des Bestellerprinzips gestartet. Bis November sollen 10.000 Unterzeichner zusammenkommen, im Anschluss soll die Petition dem Bundestag vorgelegt werden. Laut Bundesjustizministerium zielt das Bestellerprinzip darauf ab, dass künftig derjenige den Makler bezahlen soll, der ihn beauftragt. Dem IVD zufolge sieht der Entwurf jedoch vor, dass in der Praxis immer der Vermieter die Provision zahlen müsse.

Bestellerprinzip, Makler, IVD, Foto: auremar/fotolia.com
Kommt das Bestellerprinzip, müsste künftig in vielen Fällen nicht mehr der Mieter, sondern der Vermieter die Maklercourtage bezahlen. Der IVD wehrt sich gegen das Gesetz nun mit einer Petition. Foto: auremar/fotolia.com Foto: auremar/fotolia.com

Mit einer Online-Petition auf der Internet-Plattform openpetition.de wendet sich der IVD gegen das von Bundesjustizminister Heiko Maas geplante Bestellerprinzip. Der Interessenverband der Makler fordert darin, dass das Bestellerprinzip bei der Wohnungsvermittlung, wie es im aktuellen Gesetzentwurf vorgesehen ist, nicht eingeführt wird. Mit der Einführung des Bestellerprinzips soll laut Bundesjustizministerium gesetzlich geregelt werden, dass künftig derjenige den Makler bezahlen muss, der ihn auch einschaltet.

Der IVD ist allerdings der Ansicht, dass im praktischen Ergebnis immer der Vermieter die Provision zahlen müsse. Fälle, in denen der Mieter provisionspflichtig ist, seien nach dem vorgeschlagenen Entwurf in der Praxis nicht denkbar, so Carolin Hegenbarth, Ressortleiterin Kommunikation beim IVD. Der Gesetzentwurf sehe vor, dass der Mieter nur dann provisionspflichtig ist, wenn der Makler in Textform einen Suchauftrag erteilt hat. Zudem müsse der Makler ausschließlich wegen dieses Suchauftrags vom Vermieter den Auftrag einholen, die Wohnung anzubieten. Die Politik mache den Makler damit zum Sündenbock einer verfehlten Wohnungspolitik, so der IVD. Darüber hinaus gefährde das Gesetz den Berufsstand des Maklers und damit Arbeitsplätze, heißt es im Petitionstext.

Bestellerprinzip als Sündenbock-Gesetz

„Wir möchten mit der Online-Petition allen, die sich gegen dieses Sündenbock-Gesetz aussprechen, eine Plattform bieten und die Mobilisierungskraft der Branche unter Beweis stellen“, erklärt Hegenbarth. Von den angestrebten 10.000 Unterschriften ist inzwischen fast die Hälfte zusammengekommen. „Wir sind sehr zufrieden – fast 5.000 Unterschriften innerhalb von zehn Tagen zeigen, wie dringend der Handlungsbedarf in der Branche empfunden wird.“

Im Petitionstext kritisiert der IVD weiterhin, das Bestellerprinzip bremse den Mietwohnungsneubau. Müsste künftig der Vermieter die Maklerprovision zahlen, werde es zunehmend uninteressant, in Mietwohnungen zu investieren. In der Folge nähme die Mietwohnungsknappheit zu. Zusätzlich belaste das Gesetz am Ende den Mieter – denn die Maklercourtage, die der Vermieter zahlen müsste, könnte in letzter Konsequenz an den Mieter weitergegeben werden. Der Verband will daher auch weiterhin gegen das geplante Gesetz vorgehen. An Bund, Länder und Kommunen sollen Stellungnahmen verschickt werden. „Der IVD hat ein verfassungsrechtliches Gutachten in Auftrag gegeben, das in die Stellungnahme einfließt“, so Hegenbarth.

 

20.05.2014


Ihre Meinung zählt

(34)
3.1 von 5 Sternen
5 Sterne
 
1
4 Sterne
 
17
3 Sterne
 
4
2 Sterne
 
8
1 Stern
 
4
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Tipps für Makler

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben

19 Kommentare

Ronny am 02.02.2015 22:50

Wir besitzen selbst vermietete Immobilien. Suchen unser Mieter seit Jahren selber. Trotzdem wären wir bereit und es wäre auch nur fair, das wir den Makler selber zahlen, sollten wir einmal keine Zeit zur Selbstvermietung haben. Wer... mehr

auf Kommentar antworten

Michael Menner am 22.01.2015 10:02

Sehr geehrte Damen und Herren,

"Sündenbockgesetz"... Da bleibt mir - ob der Dreistigkeit - die Spucke weg. Wer die Musik bestellt, hat sie zu bezahlen. Einfache Sache. Damit ist beinahe alles gesagt - eine Diskussion erübrigt sich.

... mehr
auf Kommentar antworten

anonym am 19.10.2014 16:49

hallo Michael,

Ihrer Antwort zu meinen Ausführungen ist ja eben nicht zu Ende gedacht.

Der große Knackpunkt an dem ganzen Bestellerprinzip -welches den Verbraucher schützen/dienen soll- ist doch, dass der Mietinteressent völlig... mehr

auf Kommentar antworten
16 weitere Kommentare laden