Quadratmeterzahl fehlt im Mietvertrag: Keine Mietminderung bei zu kleiner Wohnung

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Wenn sich die Fläche einer Wohnung nach dem Einzug als mindestens zehn Prozent kleiner herausstellt als vereinbart, haben Mieter normalerweise ein Recht auf Mietminderung. Das gilt aber nur, wenn die Quadratmeterzahl auch im Mietvertrag steht. Dies entschied das Amtsgericht München (Az.: 424 C 10773/13).

Quadratmeterzahl, Mietvertrag, Foto: forkART Photography/fotolia.com
Fehlen Angaben zur Quadratmeterzahl im Mietvertrag, hat der Mieter kein Recht auf Mietminderung, falls die Wohnung kleiner sein sollte als vereinbart. Foto: forkART Photography/fotolia.com Foto: forkART Photography/fotolia.com

Mieter haben grundsätzlich einen Anspruch darauf, zu viel gezahlte Miete zurückzuverlangen und die Miete zu mindern, wenn die tatsächliche Wohnfläche um mehr als zehn Prozent kleiner ist als vereinbart. Der Haken: Zwischen Mieter und Vermieter muss auch tatsächlich eine Vereinbarung über die Wohnungsgröße existieren – das ist automatisch immer dann der Fall, wenn im Mietvertrag eine Quadratmeterzahl angegeben ist. Fehlt diese Angabe, hat der Mieter auch kein Recht darauf, die Miete zurückzuverlangen oder zu mindern, wie das Amtsgericht München in einem jetzt veröffentlichtem Urteil entschied.

Im vorliegenden Fall hatte die Klägerin eine Wohnung in der Münchener Georgenstraße gemietet. In der Annonce war eine Wohnungsgröße von 164 Quadratmetern angegeben. Diese Größe bestätigte auch der Makler bei der Besichtigung. Nach ihrem Einzug lies die Mieterin die Grundfläche von einem Architekten prüfen, der eine Wohnfläche von nur 126 Quadratmetern errechnete. Daraufhin klagte die Mieterin und forderte eine Differenz von zu viel bezahlter Miete in Höhe von 6.642 Euro zurück. Zudem verlangte sie vom Gericht die Feststellung, dass sie ihrem Vermieter künftig eine geringere Miete schulde.

Fehlende Quadratmeterzahl: Gericht weist Klage ab

Um eine Mietminderung begründen zu können, müssen Mieter und Vermieter eine Vereinbarung über die Wohnungsgröße getroffen haben, wie das Gericht feststellte. Die Quadratmeterangabe in der Annonce und die Aussage des Maklers bei der Wohnungsbesichtigung gelten nicht als eine solche Vereinbarung. Es sei grundsätzlich Sache des Mieters, für Klarheit über die Größe der Wohnfläche zu sorgen. Das Gericht wies die Klage daher ab. Bevor sie einen Mietvertrag unterzeichnen sollten Mieter also prüfen, ob im Mietvertrag eine Quadratmeterzahl angegeben ist.

01.04.2014


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4 Kommentare

B. Bergmann am 03.04.2019 16:37

Ein sehr schlecht recherchierter Artikel. Ich hoffe, dass nicht allzu viele Betroffene, sich hier irritieren lassen.

Wichtiges Urteil zu der hier aufgeführten Thematik vom 23.06.2010 Bundesgerichtshof, Aktenzeichen VIII ZR 256/09.

... mehr
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Immowelt-Redaktion am 04.04.2019 08:21

Hallo und vielen Dank für Ihr Feedback,

das von Ihnen genannte Urteil des BGH ist uns bekannt. Der seinerzeit verhandelte Fall ist aber anders gelagert als der hier geschilderte. Im in Karlsruhe verhandelten Fall war zwar ebenfalls... mehr

Erich am 12.04.2016 15:12

Das ist doch eine bodenlose Frechheit. Ein Freibrief für betrügerische Vermieter!!!!

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djsane am 23.02.2018 08:48

Widerlich! Feudalstrukturen im 21. Jahrhundert, zum Kotzen!!!

Immowelt-Redaktion am 08.04.2014 17:10

Sehr geehrter Herr Mielke,

wir dürfen leider keine individuellen Rechtsauskünfte geben, diese bekommen Sie von einem Rechtsanwalt oder von einem der Mietervereine.

Beste Grüße

die Immowelt-Redaktion

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