Wohn-Riester 2014: Die wichtigsten Änderungen

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Vor sechs Jahren ist mit dem Eigenheimrentengesetz das Modell Wohn-Riester eingeführt worden. Der Staat unterstützt seitdem Menschen, die mit einer Immobilie fürs Alter vorsorgen wollen, mit Zulagen. Nun wurde das Modell reformiert und flexibler gestaltet. Wohn-Riester-Sparer können jetzt beispielsweise ihr Guthaben jederzeit dazu verwenden, um Schulden für die eigene Immobilie zu tilgen.

Wohn-Riester, Eigenheim, Altersvorsorge, Neuerungen, Foto: LBS
Mit Wohn-Riester gibt es Förderungen vom Staat für die eigenen vier Wände. Jetzt wurde das Fördermodell reformiert. Foto: LBS Foto: LBS

Wohn-Riester soll die Eigenheimfinanzierung fördern. Der Staat bezuschusst Bausparverträge oder Immobiliendarlehen, die für den Kauf, den Bau oder die Entschuldung  einer Immobilie genutzt werden. Eine Förderung wird aber nur gewährt, wenn die Immobilie nach 2007 gekauft oder fertiggestellt worden ist. Der Käufer muss zudem selbst in dem Haus oder in der Wohnung leben.

Jeder Riester-Sparer wird vom Staat mit maximal 154 Euro pro Jahr bezuschusst. Pro Kind gibt es weitere Zulagen von 185 Euro, beziehungsweise von 300 Euro, wenn der Nachwuchs nach 2007 geboren ist. Wer bei Vertragsabschluss jünger als 25 Jahre alt ist, erhält noch eine einmalige Zahlung in Höhe von 200 Euro. Diesen vollen Riester-Bonus kann allerdings nur ausschöpfen, wer jedes Jahr vier Prozent seines Jahresbruttoeinkommens einzahlt.

Im Zuge des Altersvorsorge-Verbesserungsgesetztes wurde das Modell jetzt vom Bundestag reformiert.

Guthaben für Schuldentilgung nutzen

Seit 1. Januar 2014 können Sparer schon in der Ansparphase Geld aus der Riester-Altersversorge verwenden, um ein Haus zu kaufen oder Schulden für die eigene Immobilie abzubauen. Voraussetzung: Es müssen mindestens 3.000 Euro aus dem Sparvertrag entnommen werden und weitere 3.000 Euro müssen als Kapitalgrundstock im Vertrag verbleiben. Bislang durften nur die gesamte Summe oder mindestens bis zu 75 Prozent aus dem Riester-Vertrag entnommen werden.

Das angesparte Geld kann nun auch genutzt werden, um das Eigenheim behinderten- oder altersgerecht umzubauen. Allerdings muss das für den Umbau entnommene Kapital mindestens 6.000 Euro betragen und innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren nach der Anschaffung der Wohnung für den Umbau verwendet werden. Die Hälfte des Geldes muss für Umbauten verwendet werden, die den Vorgaben für barrierefreies Bauen (DIN 18040-2) entsprechen. Mit der anderen Hälfte müssen Barrieren in oder an der Wohnung beseitigt werden.

Wohn-Riester bei Umzug mitnehmen

Bei einem Umzug in ein anderes Haus darf ab jetzt die Eigenheimrente mitgenommen werden. Konkret heißt das, dass Riester-Sparer einen Betrag in Höhe ihres Wohnförderkontos in die neue Immobilie investieren können. Hierfür wird die Reinvestitionsfrist auf zwei Jahre vor und fünf Jahre nach Ablauf des Veranlagungszeitraums, in dem er die frühere Wohnung letztmals selbst nutzt, verlängert.

Reformiert wurden auch die Regelungen für Umschuldungen. Ab sofort dürfen auch Kredite, die vor dem Jahr 2008 zum Kauf oder Bau einer Immobilie aufgenommen wurden, mit Wohn-Riester-Krediten abgelöst werden.

Flexibler gestaltet ist auch die Auszahlung. Während der Auszahlphase, die mit dem Renteneintritt beginnt, kann der Sparer jetzt  jederzeit entscheiden, ob die Ersparnisse in monatlichen Raten oder auf einmal ausgezahlt werden sollen.

22.01.2014


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2 Kommentare

Immowelt-Redaktion am 24.02.2015 12:06

Sehr geehrter Herr Barkhofen,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Das komplette Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz können Sie hier nachlesen: www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Monatsberichte/2013/07/Inhalte/Kapitel-3-Analysen/3-4... mehr

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Barkhofen am 24.02.2015 11:45

Guten Tag ...ich habe meinen Wohn-Riester Vertrag bei der Bausparkasse Mainz (BKM).

Nun wollte ich eine Entnahme tätigen zur Tilgung meines Darlehens für mein Eigenheim natürlich soll der bestehende Vertrag weiter fortgeführt werden.... mehr

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