Falsch über Steuervorteile informiert: Verkäufer haftet für Beratungsfehler des Maklers

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Berät ein Makler einen Immobilienkäufer falsch über Steuervorteile, kann der Käufer vom Verkäufer Schadensersatz verlangen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil (Az.: V ZR 9/13) entschieden. Begründung: Der Makler sei vom Verkäufer stillschweigend bevollmächtigt worden und habe im Namen des Verkäufers gehandelt.

Falschberatung, Makler, Steuervorteile, Foto: Robert Kneschke/fotolia.com
Berät ein Makler einen Immobilienkäufer falsch über Steuervorteile, muss gegebenenfalls der Verkäufer haften. Foto: Robert Kneschke/fotolia.com Foto: Robert Kneschke/fotolia.com

Bei der Entscheidung, ob eine Immobilie erworben wird oder nicht, spielen vor allem die monatlichen Investitionen, die auf einen Käufer in Zukunft zukommen,  eine große Rolle. Wird ein Immobilienkäufer deshalb im Zusammenhang mit der Finanzierung nicht richtig beraten und beispielsweise falsch über etwaige Steuervorteile aufgeklärt, kann er Schadensersatz verlangen. Nach Willen des BGH haftet der Verkäufer für den Beratungsfehler, auch wenn er für die komplette Kaufabwicklung einen Makler beauftragt hat.

Im vorliegenden Fall hat ein Immobilieneigentümer einem Makler den Auftrag gegeben, seine Wohnung zu vermitteln. Der Makler legte dem künftigen Käufer bei einem Vermittlungsgespräch ein vorläufiges Finanzierungsmodell vor. In diesem wurde anhand der Finanzierungszinsen, der Verwaltungskosten, der Steuervorteile und der künftigen Mieteinnahmen der monatliche Aufwand dargestellt, die im ersten Jahr auf den Käufer zukommen sollten. Der Makler wies allerdings nicht darauf hin, dass die steuerlichen Förderungen, die der Berechnung zugrunde lagen, in spätestens zwölf Jahren auslaufen und sich dann die finanzielle Belastung des Käufers erhöht.

Makler hat im Namen des Verkäufers gehandelt

Wegen des Beratungsfehlers verlangte der Käufer eine Rückzahlung des Kaufpreises gegen Rückgabe der Wohnung sowie Schadensersatz. Der BGH gab dem Käufer Recht, machte aber den Verkäufer für den Beratungsfehler verantwortlich. Die Begründung der Richter: Der Eigentümer habe den Makler stillschweigend bevollmächtigt, die Vertragsverhandlungen zu führen und einen Beratungsvertrag abzuschließen. Ob nun wiederum der Verkäufer Ansprüche gegenüber dem Makler geltend machen kann, wurde im Rechtsverfahren nicht behandelt.

Vermögenschadenhaftpflichtversicherung von Vorteil

Makler sollten prinzipiell keine Beratungen zu Finanzierungsmodellen und steuerrechtlichen Fragen vornehmen, rät Dr. Christian Osthus, Leiter der Abteilung Recht beim Immobilienverband Deutschland (IVD). „Die steuerrechtliche Beratung ist eigentlich dem Steuerberater und dem versierten Rechtsanwalt vorbehalten.“  Soweit ein Makler generell Beratungsleistungen erbringt, sollte er allerdings entsprechend fachkundig sein und  die rechtlichen Grenzen einer Beratung beachten, so Osthus auf Nachfrage. Es sei für den Makler auch ratsam, zu seinem eigenen Schutz eine Vermögenschadenhaftpflichtversicherung abzuschließen, die die konkreten Beratungsleistungen im Schadenfall abdeckt.

22.11.2013


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