Vögel füttern auch auf dem Balkon erlaubt

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Sobald es draußen kälter wird, stellen viele Menschen in ihrem Garten oder auf ihrem Balkon Vogelfutterhäuschen auf, um Meise, Amsel und Co. durch die frostige Winterzeit zu helfen. Grundsätzlich ist das auch in Mietshäusern erlaubt. Wenn Futterreste oder Vogelkot auf benachbarten Balkonen landen, müssen das die Nachbarn einfach hinnehmen.

Vögel, Meisenknödel, Foto: Ingo Bartussek/fotolia.com
Vögel im Garten oder auf dem Balkon zu füttern ist erlaubt. Fetthaltiges Futter wie Meisenknödel sollte aber erst bei Frost draußen aufgehängt werden. Foto: Ingo Bartussek/fotolia.com Foto: Ingo Bartussek/fotolia.com

Spätestens wenn das Thermometer Minusgrade anzeigt, fangen Tierfreunde an, Vögel in ihrem Garten oder auf ihrem Balkon zu füttern. Futterhäuschen werden aufgestellt und Meisenknödel an Sträucher oder das Balkongeländer gehängt. Doch die Piepmatze sind nicht nur schön zu beobachten, sie machen auch Dreck. Gerade in Mehrfamilienhäusern können sich Nachbarn von Vogelkot und verstreuten Futterresten gestört fühlen. Verbieten darf der Vermieter das Füttern der Vögel dennoch nicht. Er darf dies auch nicht in der Hausordnung oder im Mietvertrag untersagen.

Füttern von Vögeln gilt als sozialadäquat

Es ist grundsätzlich erlaubt, Vögel im Garten, auf der Terrasse und auf dem Balkon zu füttern. Auch auf Außenfensterbänken dürfen Mieter im Winter Futterglocken aushängen oder Vogelfutter ausstreuen. Nachbarn, die es stört, wenn Körner oder Kot auf ihrem Balkon landen, müssen das einfach hinnehmen. Das Landgericht Berlin hat beispielsweise entschieden (Az.: 65 S 540/09), dass das Füttern von Vögeln sozialadäquat sei und daher nicht die Grenzen des „vertragsmäßigen Gebrauchs“ der Wohnung überschreite. Vogelkot oder Futterreste auf benachbarten Balkonen oder Terrassen ließen sich dabei nicht vermeiden.

Anders sieht es natürlich aus, wenn die Verschmutzungen unverhältnismäßig stark sind. Außerdem können Vermieter das Füttern von Tauben und Möwen verbieten; denn diese Vögel können Krankheiten übertragen und sind extrem laut.

Alt-Tags: Vögel, Futtersilo, Foto: wanders/fotolia.com
Hygienischer als Vogelfutterhäuschen sind Futtersilos. Die Vögel können so das eigene Futter nicht verschmutzen. Foto: wanders/fotolia.com Foto: wanders/fotolia.com

Futter ist nur Nahrungsergänzung

Übrigens: Wildvögel brauchen die Hilfe der Menschen nicht unbedingt, auch nicht im Winter. Das Vogelfutter ist für die Tiere nur eine Nahrungsergänzung. Tier- und Naturschützer befürworten ein maßvolles Füttern aber meistens. Denn liegen die Temperaturen erst einmal längere Zeit unter null Grad, finden viele Vögel – wie Meisen und Finken – nicht mehr genügend Nahrung in den Gärten. Trotzdem verbrauchen die Tiere eine Menge Energie, weil sie ihre Körpertemperatur von rund 40 Grad aufrechterhalten müssen.

Meisenknödel erst bei Frost aufhängen

Experten raten dazu, Wildvögel erst regelmäßig zu füttern, wenn der Boden gefroren ist oder eine Schneedecke auf dem Boden liegt. Speziell fetthaltiges Futter wie Meisenknödel sollten erst bei Frost aufgehängt werden. Vogelfreunde sollten meist von klassischen Vogelhäuschen Abstand nehmen und Silos verwenden. Denn in Vogelhäuschen verschmutzen die Tiere ihr Futter oft mit ihrem eigenen Kot.

Wer einen Garten hat, kann Wildvögeln auch natürliches Futter anbieten. Die Tiere lieben die Beeren von Eberesche, Holunder, Hagebutte, Schlehe, Schneeball oder Weißdorn.

24.10.2013


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2 Kommentare

Ines Steinkamp am 06.11.2015 14:19

Ein generelles Vogelfuetterungsverbot wird es aber nicht geben - weil es gottseidank noch klar denkende Menschen auch unter den Juristen gibt ( muss man aber nicht zwangsweise, Klaus Johl). Tauben verbreiten nachgewiesener Weise nicht... mehr

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addi am 10.04.2017 14:41

So ist es^^

Klaus Johl am 28.08.2015 17:04

Das Vermieter das Füttern von Tauben und Möwen verbieten können ist nicht ausreichend, denn wenn Futter ausgelegt ist wissen Tauben, Möwen, Krähen usw nicht, dass es nicht für sie bestimmt ist.Bei mir füttert der Mieter über meiner... mehr

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