Laub vorm Haus und Laubbläser: Rechtsfragen im Herbst

Lesermeinungen:  

(10)

Die Tage werden dunkler, Blätter fallen von den Bäumen: Der Herbst ist da und mit ihm viele rechtliche Fragen. Wer das Laub vor dem Haus beseitigen muss und wie laut ein Laubgebläse sein darf, weiß immowelt.de.

Im Herbst fallen Blätter von den Bäumen und bleiben auf Gehwegen und im Garten liegen. Entfernen muss das Laub der Grundstücksbesitzer. Foto: 632imagine/fotolia.com

Kaum hat der Herbst begonnen, liegt am Gehweg vor dem Haus nasses, rutschiges Laub und in Nachbars Garten kommt mindestens einmal in der Woche der lärmende Laubbläser zum Einsatz. Doch wie viel Lärm müssen Anwohner erdulden, wer muss das Laub vorm Haus beseitigen und wer haftet, wenn jemand auf nassem Herbstlaub ausrutscht?

Laubbläser im Herbst: An Feiertagen muss Ruhe herrschen

Am Straßenrand, in Nachbars Garten oder im Park um die Ecke: Im Herbst sind wieder vermehrt Arbeiter mit Laubsaugern oder Laubbläsern unterwegs, um das Laub vom Boden zu entfernen. Das kann ganz schön laut und auf Dauer eine Belastung für die Ohren sein, denn die Geräte schaffen über 100 Dezibel. Allerdings gibt es für den Einsatz von Laubbläsern eine bundesweite Verordnung. Laut dieser sogenannten Bundesimmisionsschutzverordnung dürfen die Geräte nur an Werktagen von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr benutzt werden. Besonders leise Geräte, die mit dem EG-Umweltzeichen gekennzeichnet sind, dürfen werktags zwischen 7 und 20 Uhr im Einsatz sein. An Sonn- und Feiertagen muss in Wohngebieten aber den ganzen Tag lang Ruhe herrschen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Eigentümer muss Laub beseitigen

So schön die bunten Blätter im Herbst auch sind, nasses Laub am Boden kann so gefährlich sein wie Glatteis. Um Unfällen vorzubeugen, muss daher das Laub auf dem Gehweg vor dem Haus regelmäßig entfernt werden. Zuständig ist hier laut Gesetz der Hauseigentümer. Nur wenn es ausdrücklich im Mietvertrag steht, müssen Mieter fegen; verantwortlich bleibt trotzdem der Vermieter. Er muss kontrollieren, ob die Arbeiten ordnungsgemäß ausgeführt wurden und seinem Mieter auch das nötige Arbeitsgerät zur Verfügung stellen. Bei benachbarten Grundstücken gilt: Das Laub entfernen muss derjenige, auf dessen Grund die Blätter liegen. Auch dann, wenn der Grundstücksbesitzer selbst gar keine Bäume hat. Rutscht ein Passant oder der Briefträger auf dem nassen Laub vor der Haustür aus, kann er Schmerzensgeld verlangen. Eigentümer sollten sich deshalb über eine Hauseigentümer-Haftpflichtversicherung absichern. Lag die Kehrpflicht beim Mieter, kann er den Fall seiner Privathaftpflichtversicherung melden.

Ausnahmefall: Laubrente

Fällt von den Nachbarbäumen ungewöhnlich viel Laub auf das eigene Grundstück, kann man vom Nachbarn die sogenannte Laubrente verlangen. Der Baumbesitzer verpflichtet sich dann jährlich einen bestimmten Geldbetrag für das Wegräumen des Laubes zu zahlen. Gerichte gewähren allerdings nur in äußerst seltenen Fällen einen Anspruch auf eine Laubrente. Das Grundstück muss dann schon extrem durch das viele Laub beeinträchtigt sein.

Laub gehört nicht in den Restmüll

Wurde das Laub zusammengekehrt, stellt sich die Frage, wohin damit. In den meisten Kommunen ist es verboten, das Laub zu verbrennen, es darf auch nicht an Feldrändern, im Wald oder Böschungen verteilt werden. Auch im Restmüll hat Laub nichts zu suchen. Am besten ist es, die Blätter in den Biomüll zu werfen. Wer einen Garten hat, kann das Laub auch zu einem Haufen zusammenkehren. Igel wird es freuen.

27.09.2013


Ihre Meinung zählt

(10)
4.5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
7
4 Sterne
 
2
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
1
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Recht & SteuernTipps für MieterTipps Eigentümer

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben

1 Kommentar

Trippel am 04.10.2017 13:50

Wenn man in einen mehr Familienhaus wohnt ist keiner zuständig für das Laub.

auf Kommentar antworten