Hunde und Katzen in der Mietwohnung: BGH kippt Haustierverbot

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Urteil: Vermieter dürfen die Hunde- oder Katzenhaltung nicht generell per Mietvertragsklausel verbieten.

Mietrecht: Haustier in der Mietwohnung oft erlaubt.
Ein Vermieter darf die Hundehaltung in der Mietwohnung nicht generell verbieten. Foto: photoclacks/Fotolia

Eine Klausel im Mietvertrag, die die Hunde- oder Katzenhaltung generell verbietet, ist unwirksam. Dies entschied jetzt der Bundesgerichtshof (BGH), der sich mit seinem Urteil auf die Seite einer Familie mit einem kleinen Hund schlug (Az.: VIII ZR 168/12).

Verbot: Hundehaltung in der Mietwohnung

Im verhandelten Fall mietete die Familie eine Genossenschaftswohnung. Im Mietvertrag heißt es, dass die Haltung von Hunden und Katzen in einer Mietwohnung generell untersagt sei. Daran hielt sich die Familie jedoch nicht. Daraufhin forderte sie die Genossenschaft auf, den unerwünschten Mischlingshund mit einer Schulterhöhe von rund 20 Zentimetern binnen vier Wochen abzuschaffen. Die Familie kam dieser Aufforderung nicht nach und so landete der Fall vor Gericht.

Haustierverbot: Mietvertragsklausel ungültig

Letztinstanzlich entschieden die BGH-Richter zugunsten der tierhaltenden Familie: Mietvertragsklauseln, die die Hunde- und Katzenhaltung generell untersagen, sind unwirksam. Denn solche Regelungen nähmen keinerlei Rücksicht auf besondere Fallgestaltungen und Interessenlagen. Die Familie darf demnach ihren Hund behalten.

Keine generelle Erlaubnis zur Haustierhaltung

Die Richter betonten aber auch, dass die Unwirksamkeit einer solchen Klausel nicht dazu führe, dass ein Mieter ohne Rücksicht auf andere einen Hund oder eine Katze halten dürfe. Wirkt sich die Tierhaltung eines Mieters aber nicht nachteilig auf die anderen Mieter oder den Vermieter aus, muss letzterer dem Wunsch des Mieters, ein solches Tier zu halten, zustimmen.

21.03.2013


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16 Kommentare

Tomsen am 20.02.2020 13:32

Hallo zusammen,

Ich hatte mit meinem Vermieter im Apri 2018 Telefonisch gesprochen. Grund des Gesprächs war meine (in Trennung lebende Familie) wollte sich ein Hund anschaffen. Ich teilte das dem Vermieter mit und das der Hund auch ab... mehr

auf Kommentar antworten

tomsen am 20.02.2020 19:41

Vielen Dank für die Antwort und ja ich geh zum Mieterschutzbund.

mit freundlichem Gruß

tomsen


Immowelt-Redaktion am 20.02.2020 14:33

Hallo Tomsen,

vielen Dank für Ihren Kommentar. In der Regel kann der Vermieter eine einmal gegebene Zustimmung zur Haltung des Hundes nur zurücknehmen, wenn er dafür triftige Gründe nennen kann. Also zum Beispiel, wenn es ein... mehr

Anja am 10.01.2020 19:35

Ich suche seit einem Jahr eine Wohnung in einer sehr Wohnungsarmen Stadt, habe jedoch nie eine Zusage zu einer Wohnung bekommen, weil ich eine Katze (bleibt in der Wohnung) habe. Jetzt habe ich nicht gesagt, dass ich eine Katze habe und... mehr

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 13.01.2020 09:53

Hallo Anja,

zwar kann die Tierhaltung per Vertragklausel nicht pauschal verboten werden. Ihr Vorgehen könnte aber dennoch problematisch sein. Je nach Mietvertragsgestaltung kann die Haltung von Katzen nämlich durchaus... mehr

Judith am 01.10.2019 17:35

Hallo,

Ich hatte vor meinem umzug in die wohnung nach einer katze gefrag sie wurde abgelehnt wegen dem grund ich sei zuwenig zuhause, jetzt habe ich meinen Arbeitgeber gewechselt bin daher auch deutlich emhr zuhause und sie wird trotzdem... mehr

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 02.10.2019 08:26

Hallo Judith und vielen Dank für Ihren Kommentar,

ein grundsätzliches Verbot der Katzenhaltung wäre unzulässig. Jedoch ist es eine Interessenabwägung. Es ist zu entscheiden, welches Interesse überwiegt: Ihr Wunsch eine Katze zu... mehr

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