Kürzung der Förderung: Lohnt sich Photovoltaik noch?

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Photovoltaik, Solar, Einspeisevergütung
Die Förderung der Photovoltaik soll massiv zurückgefahren werden: Die Solarbranche ist entsetzt und demonstriert gegen die Regierungspläne in Berlin. Foto: BSW-Solar

Zeter und Mordio - die Solarlobby ist entsetzt. Denn die Bundesregierung will die Solarförderung kürzen. Das ist zwar an sich nicht neu und vom Gesetz auch ausdrücklich vorgesehen. Ungewöhnlich sind aber das Ausmaß der geplanten Kürzung und der Zeitpunkt: Denn die Einspeisevergütung für Solarstrom soll schon bald um 20 bis 30 Prozent sinken - je nach Anlagentyp und Leistung. Ursprünglich war der 9. März vorgesehen, jetzt ist der 1. April der mutmaßliche Stichtag für die Kürzung. Planmäßig wäre die nächste Kürzung eigentlich erst zur Jahresmitte fällig.

Wer nach dem 1. April 2012 eine Solaranlage auf sein Hausdach montieren lässt, soll nur noch 19,50 Cent statt wie bisher 24,43 je Kilowattstunde Einspeisevergütung erhalten. Das ist der Preis, den der Stromnetzbetreiber dem Solaranlageneigner zahlen muss. Allerdings sollen die Netzbetreiber - und das ist neu - nicht mehr verpflichtet sein, die gesamte produzierte Strommenge abzunehmen, sondern nur noch 85 bis 90 Prozent.

Trotz der stetigen Kürzung der Einspeisevergütung - von 57,5 Cent im Jahr 2004 auf demnächst nur noch 19,50 Cent - nahmen die Installationen von Jahr zu Jahr zu. Das liegt daran, dass die Preise für Solaranlagen in der Vergangenheit schneller gefallen sind als die Regierung mit der Kürzung der Einspeisevergütung für Photovoltaik nachkam. Die Folge: Wer eine Solaranlage auf sein Dach montiert, erwirtschaftet eine höhere Rendite, als mit jeder anderen sicheren Kapitalanlage. Nach Ansicht der Bundesnetzagentur fördert die bisherige gesetzliche Regelung den rasanten Zubau neuer Anlagen: Immer kurz bevor eine neue Kürzung ansteht, schnellt die Zahl der neu in Betrieb genommenen Anlagen in die Höhe. Der Plan der Bundesregierung sieht deshalb vor, die Vergütung nach dem großen Einschnitt im April künftig monatlich in kleinen Schritten abzusenken. So sollen Mitnahmeeffekte und ein zu schneller Ausbau vermieden werden. Denn die Einspeisevergütung wird von allen Stromkunden über deren Stromrechnung mitfinanziert, Strom wird auch deshalb immer teurer.

Trotz der Kürzungen bleibt die Investition in Photovoltaik auch in Zukunft attraktiv: Zumindest für den Endverbraucher ist Solarstrom inzwischen günstiger als der vom Versorger zugekaufte konventionelle Strom. Für den zahlen Endverbraucher in der Regel nämlich deutlich mehr als 19,5 Cent pro Kilowattstunde. Das ist ein Anreiz, den selbst produzierten Solarstrom in möglichst hohem Maße auch selbst zu verbrauchen, statt ihn einzuspeisen. Und dies könnte der Startschuss für eine neue Boombranche sein: die Entwicklung und Vermarktung bezahlbarer Energiespeicher.

06.03.2012


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