Mieter darf bei Auszug keine auffällige Wandfarbe hinterlassen

06.11.2013 | Markus Grundmann
 
 
Gibt ein Mieter eine Wohnung beim Auszug mit auffälligen Wandfarben zurück, ist er zu Schadensersatz verpflichtet – zumindest dann, wenn er die Wohnung zuvor in neutralen Farben übernommen hat. Dies entschied der Bundesgerichtshof (Az.: VIII ZR 416/12).
Auszug, Wandfarbe, Foto: epr/Remmers
Wer seine Wohnung beim Auszug mit grellen Wandfarben hinterlässt, muss an den Vermieter Schadensersatz zahlen. Foto: epr/Remmers

Im Regelfall übernimmt ein Mieter eine Wohnung mit weiß gestrichenen Wänden. Streicht er im Anschluss die Wände in grellen Farben wie rot, grün oder blau, ist das grundsätzlich erlaubt – er muss die Farben aber beim Auszug wieder überstreichen. Andernfalls ist er zu Schadensersatz verpflichtet, wie der Bundesgerichtshof entschied. Im vorliegenden Fall hatte ein Mieter die Wände während der Mietzeit in kräftigen Farben gestrichen. In einem Zimmer hatte er zudem einen Bereich, vor dem ein Schrank stand, ausgespart. Beim Auszug beließ der Mieter die Wohnung in diesem Zustand.

Im Anschluss ließ die Vermieterin die Wände zunächst mit Haftgrund und dann zweimal mit normaler Wandfarbe überstreichen – die Kosten dafür entnahm sie zum Teil der Kaution. Weil die Kosten jedoch über die Kautionshöhe hinausgingen, klagte sie zusätzlich auf die Zahlung des Restbetrags. In einer Gegenklage forderte der Mieter seinerseits die Rückzahlung der Kaution.

Mieter muss nach dem Auszug Schadensersatz leisten

Wie der Bundesgerichtshof entschied, ist der Mieter tatsächlich zur Zahlung von Schadensersatz verpflichtet, wenn er eine Wohnung in einem ausgefallenen farblichen Zustand zurückgibt, die er zuvor mit neutralem Anstrich übernommen hat. Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass eine Farbe, die für viele Mietinteressenten nicht akzeptabel ist, den Vermieter daran hindert, die Wohnung leicht weiterzuvermieten. Der Schaden für den Vermieter besteht indes darin, dass er die Wohnung durch einen neutralen Anstrich in einen Zustand zurückversetzen muss, der ihm die Weitervermietung erlaubt.

Welche Farben sind beim Auszug erlaubt?

Zwar darf der Vermieter dem Mieter auch beim Auszug nicht vorschreiben, in welcher Farbe er die Wand zu streichen hat. Es besteht also keine Pflicht, die Wände weiß zu streichen. Dennoch muss der Mieter die Farbe so wählen, dass sie künftig „von möglichst vielen Mietinteressenten akzeptiert wird“, wie der Bundesgerichtshof in einem früheren Urteil entschied (Az.: VIII ZR 224/07). Klar ist deshalb, dass besonders grelle, kräftige und dunkle Farben nicht erlaubt sind. Generell sollten Mieter bei der Renovierung vor dem Auszug darauf achten, mit ihrer Farbwahl so gut wie möglich den Massengeschmack zu treffen. Wer sich dabei für weiße Farbe entscheidet, kann auf keinen Fall etwas falsch machen.

Kategorie: Tipps für Mieter
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