Mietpreis-Check: Die Hidden Champions unter den Studentenstädten liegen im Osten

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München, Berlin oder Karlsruhe – Studenten, die hier ihren Abschluss machen, haben oft gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Doch das Leben in den gefragten Studentenstädten ist teuer, die Mieten sind hoch. Studierende, die nicht ortsgebunden sind, können daher bares Geld sparen – wo genau in Deutschland, das zeigt der Mietpreis-Check von immowelt.de.

Studentenstädte, Studenten, Uni, Mietpreise, Foto: fotolia.com/oneinchpunch
Studieren in charmanter Atmosphäre: Wer sich für eine kleinere Studentenstadt wie beispielsweise Jena entscheidet, wohnt oft günstiger. Foto: fotolia.com/oneinchpunch Foto: fotolia.com/oneinchpunch

Die Wahl der richtigen Hochschule kann die spätere Karriere stark beeinflussen. Wer sich aber für ein Studium an einer der Top-Unis in den großen Studentenstädten wie München oder Berlin entscheidet, muss sich nicht nur gegen eine Vielzahl von Mitbewerbern um den Studienplatz durchsetzen, sondern sich auch auf dem Wohnungsmarkt behaupten. Das Unistädteranking von immowelt.de hat untersucht, wo BWL-, Jura- und Informatikstudenten vergleichsweise günstig wohnen.

BWL: München versus Münster

Studentenstädte, BWL, Grafik: immowelt.de

Betriebswirtschaftslehre gehört zu den beliebtesten Studiengängen in Deutschland. Besonders die LMU und TU München sind bei Studenten heiß begehrt. Denn hier sind die BWL-Studiengänge international ausgerichtet und können hinsichtlich Lehre, Forschung und Wissenstransfer in Vergleichsrankings ordentlich punkten. Dafür müssen sich Studenten aber in einem extrem hart umkämpften Wohnungsmarkt durchschlagen und reichlich Geld mitbringen. So kostet eine 30 Quadratmeter große Studentenbude im Median* 680 Euro, das sind 22,70 Euro pro Quadratmeter. Damit ist München mit Abstand Deutschlands teuerste Studentenstadt. Im Vergleich zum Sommersemester 2015 sind die Mieten sogar noch um 21 Prozent gestiegen.
Unter BWLern ebenfalls geschätzt ist die Uni Münster. Für ein Studium in Münster sprechen neben der Qualität des Studiengangs auch die niedrigeren Mieten. Die Quadratmeterpreise liegen im Median bei 10,80 Euro, verglichen mit dem Vorsemester haben sich die Mieten um acht Prozent verteuert.

Maschinenbau: Aachen und Dresden als Alternative zu Darmstadt

Studentenstädte, Maschinenbau, Grafik: immowelt.de

Im Bereich Maschinenbau gehören die TU sowie die Hochschule Darmstadt zu den Top-Unis. Ein geldbringender Job neben dem Studium ist in Darmstadt von Vorteil, denn wer keinen Platz in einem Wohnheim hat, zahlt für eine Singlewohnung im Median 13,40 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorsemester.
Spitzenplätze im Bereich Maschinenbau und Naturwissenschaften belegt in Vergleichsrankings die RWTH Aachen. Und mit 10,90 Euro pro Quadratmeter sind die Wohnungsmieten zudem moderat. Noch günstiger leben Studenten in Dresden, wo ein Apartment im Median 7,80 Euro pro Quadratmeter kostet. Sind die Abi-Noten nur durchschnittlich, ist Dresden umso mehr eine Alternative, denn hier ist das Maschinenbau-Studium zulassungsfrei.

Fleißfach Jura: Juristen wohnen in der Studentenstadt Jena am günstigsten

Studentenstädte, Jura, Grafik: immowelt.de

Rechtswissenschaftler haben die Qual der Wahl: Über 40 juristische Fakultäten gibt es deutschlandweit. Zu den renommierten Juristienschmieden zählen unter anderem die HU Berlin und die Uni Frankfurt am Main. Allerdings wohnen Studenten hier sehr teuer. Ein Apartment in Berlin kostet im Median 10,60 Euro pro Quadratmeter, in Frankfurt sogar 14,50 Euro. Damit ist Frankfurt nach München die zweitteuerste Studentenstadt in Deutschland, auch wenn die Mieten verglichen mit dem Vorsemester um sechs Prozent gesunken sind.
Jena ist da eine echte Alternative: Kurze Wege, viel Charme und ein stabiler Wohnungsmarkt zeichnen die thüringische Studentenstadt aus. Eine Singlewohnung bis 40 Quadratmeter kostet hier im Median 9,30 Euro, das sind drei Prozent mehr als im Vorsemester.

Medizin: In Leipzig geht’s gut und günstig

Studentenstädte, Medizin, Grafik: immowelt.de

Wer Medizin studieren möchte, muss sich gegen viele Mitbewerber durchboxen. Das gilt vor allem in Heidelberg und Tübingen, deren Medizinische Fakultäten in verschiedenen Hochschulrankings hervorragend abschneiden. Hat man die Zulassung in der Tasche, fehlt nur noch die passende Studentenbude. In Heidelberg müssen Studierende für ein Apartment allerdings mit 13,10 Euro pro Quadratmeter rechnen, in Tübingen sind es 12,10 Euro. Damit gehören beide Städte zu Deutschlands teureren Hochschulstandorten.
Medizin-Studenten, die Wert auf eine gute Ausbildung, Lebensqualität als auch niedrige Mieten legen, sind in Leipzig gut aufgehoben. Die Studentenstadt lockt mit günstigen 7,00 Euro pro Quadratmeter für eine Singlewohnung. Verglichen mit dem Sommersemester 2015 sind die Mieten nur um 3 Prozent gestiegen.

Informatik: Karlsruhe oder Chemnitz

Studentenstädte, Informatik, Grafik: immowelt.de

Zu den beliebtesten Studiengängen in Deutschland gehört nach wie vor auch Informatik. Fragt man Personaler, kommen die besten Informatik-Absolventen unter anderem vom Karlsruher Institut für Technologie. Wohnen ist in Karlsruhe allerdings teuer: Die Quadratmeterpreise liegen hier im Median bei 14,20 Euro, womit Karlsruhe die fünftteuerste Studentenstadt in Deutschland ist.
Einen ebenfalls international ausgerichteten Informatik-Studiengang bietet die TU Chemnitz an. Vorteil der sächsischen Großstadt: Die Mieten sind um ein Vielfaches niedriger als in Karlsruhe. So wird eine Singlewohnung aktuell für 5,40 Euro pro Quadratmeter angeboten, das sind vier Prozent mehr als im Vorsemester. In keiner anderen Studentenstadt in Deutschland ist das Wohnen günstiger.

*Basis: Die Preise geben den Median der Kaltmieten bei neu zu vermietenden Wohnungen wieder, die zwischen September 2015 und Februar 2016 auf immowelt.de angeboten wurden. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

16.03.2016


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1 Kommentar

Tobias am 16.03.2016 17:30

Ein guter Vergleich! Vielen Dank. Die Situation in München ist schon seit einigen Jahrzehnten die gleiche. Ich kenne jemanden, der hatte bereits in den 60er Jahren das Problem, eine Studentenwohnung in München zu bekommen..

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