Mehr Steueranreize für privaten Wohnungsbau: Sonder-AfA von Bundeskabinett beschlossen

Wer neue Wohnungen baut oder kauft, um sie zu vermieten, soll in Zukunft mehr Steuern sparen können. Das Bundeskabinett hat sich jetzt auf Regeln für Sonderabschreibungen geeinigt und einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt. Alle Details zur geplanten Sonder-AfA im Überblick.

Sonder-Afa, Mietwohnung, Neubau, Steuern sparen, Foto: E. Adler / fotolia.com
Sonder-Afa beschlossen: Neue Mietwohnungen sollen mit der Sonder-AfA schneller abgeschrieben werden können. Foto: E. Adler / fotolia.com Foto: E. Adler / fotolia.com

Das Bundeskabinett hat die schon länger diskutierte Sonder-AfA für den Wohnungsneubau auf den Weg gebracht. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass private Investoren über  einen Zeitraum von drei Jahren 29 Prozent der Bau- beziehungsweise Kaufkosten als Sonderabschreibung bei der Steuer geltend machen können. Im ersten und zweiten Jahr können jeweils bis zu zehn Prozent der Ausgaben, im dritten Jahr bis zu neun Prozent abgesetzt werden.

Weil aber vor allem günstige Wohnungen gefördert werden sollen, dürfen pro Quadratmeter höchstens 2.000 Euro an Bau- oder Kaufkosten veranschlagt werden. Das heißt: Fallen beispielsweise Kosten in Höhe von 2.500 Euro an, wird die AfA trotzdem nur auf Basis von 2.000 Euro berechnet. Gebäude, deren Kosten 3.000 Euro pro Quadratmeter übersteigen, sollen von der Möglichkeit der Sonder-Afa ausgeschlossen werden.

Die Sonder-AfA soll für Wohnungen gelten, für die 2016, 2017 oder 2018 ein Bauantrag gestellt wird.  Letztmalig sollen Investoren die Abschreibung im Jahr 2022 nutzen dürfen. Zudem müssen die Wohnungen mindestens zehn Jahre nach Fertigstellung vermietet werden.

Die reguläre lineare Abschreibung von zwei Prozent pro Jahr soll darüber hinaus bestehen bleiben.

Sonder-AfA gilt nur in bestimmten Gebieten

Allerdings gilt die Sonder-Afa nicht überall: Zu den Fördergebieten zählen Gemeinden, die laut der Wohngeldverordnung die Mietenstufen IV bis VI aufweisen, also in denen das Mietinveau um mindestens fünf Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegt. Miteinbezogen in die Förderung werden aber auch Gebiete, in denen die Mietpreisbremse oder die abgesenkte Kappungsgrenze gilt.

Wie aus dem Gesetzentwurf hervorgeht, erhofft sich die Bundesregierung durch die steuerliche Förderung den Bau von 100.000 neuen preiswerten Mietwohnungen. Bevor das Gesetz allerdings umgesetzt werden kann, muss der Entwurf noch den Gesetzgebungsprozess im Bundestag und im Bundesrat durchlaufen.

08.02.2016


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