Immobilien in Ostdeutschland: Kaufpreise seit 2010 stark gestiegen – 49 Prozent Plus in Dresden

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In Ballungszentren steigen die Immobilienpreise – auch im Osten der Republik. Wie der Kaufpreis-Check Ostdeutschland von immowelt.de jetzt zeigt, gingen sie in 15 von 22 untersuchten Städten stärker nach oben als die Inflation im gleichen Zeitraum. In Dresden sogar um 49 Prozent. Aber auch kleinere Städte sind von den Preissteigerungen betroffen.

Ostdeutschland, Kaufpreise, Dresden, Foto: wkbilder/fotolia.com
Dresden: Hier sind die Kaufpreise zwischen 2010 und 2015 besonders stark gestiegen – insgesamt im Median um 49 Prozent. Foto: wkbilder/fotolia.com Foto: wkbilder/fotolia.com

Immobilien in Ostdeutschland sind seit 2010 teilweise sehr viel teurer geworden. Das hat der Kaufpreis-Check Ostdeutschland von immowelt.de ergeben, der die Kaufpreise für 22 ostdeutsche Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern ermittelt hat – sowohl für 2015 als auch für 2010.

Vor allem in größeren und wachsenden Städten wie Dresden sind die Preise stark gestiegen. In der sächsischen Landeshauptstadt schnellten sie in fünf Jahren um 49 Prozent nach oben. Zum Vergleich: Die Inflationssteigerung betrug im gleichen Zeitraum nur 6,9 Prozent. Die Dresdner Kaufpreise lagen im Jahr 2015 im Median* bei 1.955 Euro pro Quadratmeter. Der Grund: Dresden hat in den letzten Jahren einen immensen Zuzug erlebt. Wesentlich beigetragen zu diesem Wachstum hat die Ansiedlung von etlichen Großunternehmen in der Stadt. Mittlerweile gilt Dresden als einer der führenden Wirtschaftsstandorte in Deutschland. Aber auch das große Kulturangebot und die Technische Universität ziehen Menschen in die Landeshauptstadt. Preistreibend wirkt außerdem die hohe Nachfrage nach gehobenen Eigentumswohnungen – wie etwa sanierte Altbauten in der Innenstadt.

In Berlin schnellen die Kaufpreise um 88 Prozent in die Höhe

Den größten Preisanstieg gab es in Berlin. Seit 2010 sind die Preise in der Hauptstadt förmlich explodiert – sie stiegen um 88 Prozent. Im Jahr 2015 kostete eine Eigentumswohnung im Mittel 3.171 Euro pro Quadratmeter.  Die Zahlen sind nicht überraschend: Berlin wächst – allein zwischen 2011 und 2014 ist die Einwohnerzahl um 4,3 Prozent gestiegen. Auch wirtschaftlich geht es in der Hauptstadt aufwärts. Weil Berlin bei Immobilienkäufern aus dem In- und Ausland sehr gefragt ist, steigt auch die Nachfrage nach Eigentumswohnungen – vor allem  in angesagten Lagen.

Kaufpreise, Ostdeutschland, Grafik: immowelt.de
Die Kaufpreise in den ostdeutschen Städten. Grafik: immowelt.de Grafik: immowelt.de

Ostdeutschland: Auch in Potsdam und Rostock steigen die Preise weiter

Auch schon vor fünf Jahren nicht gerade billig waren die Kaufpreise in den Städten Potsdam (2010: 2.083 Euro pro Quadratmeter) und Rostock (2010: 1.597 Euro pro Quadratmeter). Doch auch dort sind sie in den vergangenen fünf Jahren nochmal gestiegen. In Potsdam um 38, in Rostock um 41 Prozent. Potsdam wird mehr und mehr zur Alternative für alle, die sich Berlin nicht mehr leisten können. Die Stadt punktet darüber hinaus mit einer starken Wirtschaftsleistung und hohem Freizeitwert. Rostock lockt mit einer attraktiven Innenstadt und der Nähe zur Ostsee.

Preissteigerungen auch in kleinen Städten

Überraschend: Selbst in kleineren Städten stiegen die Preise in den vergangenen fünf Jahren. In Neubrandenburg beispielsweise gab es ein Plus von 38 Prozent. Im Jahr 2015 lagen die Kaufpreise bei 1.413 Euro pro Quadratmeter. Ähnlich verhält es sich in Cottbus, wo die Preise um 36 Prozent auf 1.458 Euro stiegen. Beide Städte sind wichtige Arbeitsmarktzentren in ihren Regionen. Darüber hinaus kamen im Untersuchungszeitraum eine große Zahl teurer Neubauwohnungen auf den Markt, die die Preise weiter anheizten.

Günstigen Wohnraum finden Käufer derzeit noch in Halle, wo der Quadratmeter 1.053 Euro kostet Noch günstiger ist es in Magdeburg, wo lediglich 846 Euro fällig werden. Beide Städte erholen sich nur langsam vom Bevölkerungsrückgang nach 1990. Dennoch steigen auch hier die Preise – in Halle sind sie seit 2010 um elf Prozent gestiegen, in Magdeburg waren es 20 Prozent.

Die Kaufpreise in Ostdeutschland im Überblick:

StadtKaufpreis/m² 2010Kaufpreis/m² 2015Veränderung
Berlin1.690 Euro3.171 Euro+88%
Chemnitz825 Euro700 Euro-15%
Cottbus1.075 Euro1.458 Euro+36%
Dessau-Roßlau763 Euro735 Euro-4%
Dresden1.311 Euro1.955 Euro+49%
Erfurt1.216 Euro1.574 Ezro+29%
Frankfurt (Oder)978 Euro1.007 Euro+3%
Gera687 Euro610 Euro-11%
Görlitz410 Euro479 Euro+17%
Greifswald1.480 Euro1.597 Euro+8%
Halle950 Euro1.053 Euro+11%
Jena1.827 Euro2.105 Euro+15%
Leipzig1.020 Euro1.357 Euro+33%
Magdeburg706 Euro846 Euro+20%
Neubrandenburg1.023 Euro1.413 Euro+38%
Plauen528 Euro404 Euro-23%
Potsdam2.083 Euro2.867 Euro+38%
Rostock1.597 Euro2.245 Euro+41%
Schwerin1.463 Euro1.325 Euro-9%
Stralsund1.468 Euro1.957 Euro+33%
Weimar1.204 Euro1.568 Euro+30%
Zwickau676 Euro566 Euro-16%

*Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise für Eigentumswohnungen in den 22 Städten waren 124.400 auf immowelt.de inserierte Angebote. Es handelt sich um Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben jeweils den Median der in 2010 und 2015 angebotenen Wohnungen wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

11.02.2016


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Alexander Kerle am 12.02.2016 10:07

Leider stellen Sie nur im „Kleingedruckten“ klar, dass es sich um Angebotspreise und nicht um tatsächliche Verkaufspreise handelt. Zudem – und das ist ganz wesentlich, lassen Sie unerwähnt, dass bei der Ermittlung der... mehr

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